Förderung

30 weitere Berliner Brennpunktschulen bekommen Geld

Bisher bekommen 219 Schulen in sozialen Brennpunkten zusätzlich Geld vom Land - nun sollen 30 weitere Schulen hinzukommen. Künftig fließen jährlich 18 bis 19 Millionen Euro in die Förderung.

Die SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus will die Förderung für Schulen in sozialen Brennpunkten ausweiten. Weitere 30 Einrichtungen sollen in das Programm aufgenommen werden, kündigte Fraktionschef Raed Saleh am Mittwoch gegenüber der Berliner Morgenpost an. Darüber hinaus sollen künftig auch etwa zehn Freie Schulen und etliche Berufsschulen von dem Hilfsprogramm profitieren. Einen entsprechenden Antrag werde die Fraktion stellen, damit die Mittel bereits im Landeshaushalt 2016 bereitgestellt werden können.

Bisher bekommen 219 Schulen in sozialen Brennpunkten zusätzlich Geld vom Land. Der rot-schwarze Senat unterstützte mit bis zu 15 Millionen Euro pro Jahr Projekte, die die Schulen attraktiver machen sollen. Knapp ein Viertel aller Berliner Regelschulen profitierte bislang davon. Künftig sollten jährlich 18 bis 19 Millionen Euro pro Jahr für die Brennpunktschulen bereit gestellt werden, sagte Saleh. Er erwarte, dass der Senat das nötige Geld im nächsten Haushalt einplane.

Geld für Schulsozialarbeiter

Die Schulen schlossen bisher mehr als 2272 Verträge mit externen Partnern ab und beantragten dafür 12,4 Millionen Euro. Finanziert wurden mit diesem Geld vor allem Schulsozialarbeiter, oft mit besonderem Schwerpunkt Elternarbeit, die Einrichtung von Lernwerkstätten und Bibliotheken, die Fortbildung der Lehrkräfte sowie Projekte zur Sprachbildung und Praxishelfer für Schülerfirmen. Allerdings wurden 2014 rund 2,6 Millionen Euro – mehr als ein Sechstel der Förderung – nicht abgerufen.

Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) bezeichnete die Förderung von Brennpunkt-Schulen im Inforadio als „gutes Programm“. Er könne am Beginn der Haushaltsverhandlungen aber noch nichts genaueres sagen. „Wenn ich etwas für ein gutes Programm halte, dann wird man eher versuchen, Wege zu finden, dass es berücksichtigt werden kann, als andersrum.“

CDU-Bildungsexperte Stefan Schlede begrüßte die Ausweitung des Brennpunktschulprogramms. Vorrang sollten allerdings Grund- und Sekundarschulen und Gymnasien haben, sagte er der Berliner Morgenpost. Außerdem sollte nicht nur die Anzahl von Schülern mit Lernmittelbefreiung, sondern auch die Zahl der Schüler mit Migrationshintergrund ein Kriterium für die zusätzliche Förderung einer Schule sein. Schließlich forderte Schlede die Bildungsverwaltung auf, das Antragsverfahren für die zusätzliche Hilfe zu vereinfachen.