Bericht

Totgesagter Berliner Islamist ist noch am Leben

Der Deutsch-Ägypter Reda-Seyam aus Charlottenburg ist laut einem Bericht noch am Leben. Zuvor hieß es, er sei bei Gefechten ums Leben gekommen. Seyam fungiert als eine Art Bildungsminister für den IS.

Foto: David Heerde

Der Deutsch-Ägypter Reda-Seyam steht laut Informationen des „Stern“ weiter im Dienst der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Mitte Dezember hatte unter anderem die „Süddeutsche Zeitung“ den Tod des Berliner Salafisten vermeldet. Der bekennende Al-Kaida-Sympathisant, der zuletzt als eine Art regionaler Bildungsminister des IS fungiert habe, sei bei Gefechten nahe der nordirakischen Stadt Mossul ums Leben gekommen.

Laut „Stern“ hält sich Seyam noch immer im Nordirak auf. Das bestätigen dessen ältester Sohn T. und ein Freund der Familie. Auch deutsche Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass der Dschihadist am Leben ist. Man habe erst kürzlich Lebenszeichen von ihm abgefangen, heißt es aus Geheimdienstkreisen.

Seyam selbst habe von seinem angeblichen Ableben in einem Skype-Telefonat mit seiner zweiten Ehefrau erfahren, sagt dessen ältester Sohn. Er lebt mit seiner Mutter und sechs Geschwistern in Charlottenburg. Zwei Tage nach den ersten Berichten hatten dort bereits die Trauerfeierlichkeiten begonnen.

Für die Sicherheitsbehörden ist der Mittfünfziger kein Unbekannter. Radikalisiert zu Zeiten des Bosnien-Krieges, wirbt Seyam seit mehr als 20 Jahren als Propagandist für den „Heiligen Krieg“. 2002 stand er in Verdacht, zu den Hintermännern des Terroranschlags auf der Ferieninsel Bali zu gehören.

Agitator in der Berliner Salafisten-Szene

Seyam wohnte jahrelang mit seiner zweiten Ehefrau und den sieben Kindern in Charlottenburg. Dort bezog er Sozialhilfe und fiel erneut als Produzent von Propagandavideos und Agitator in der salafistischen Szene Berlins auf.

Medienberichten zufolge soll Seyam auch Kontakt zu Dennis Cuspert gehabt haben, der als Gangsterrapper unter dem Namen Deso Dogg bekannt wurde und inzwischen unter dem Kampfnamen Abu Talha al-Almani für den IS in Syrien kämpft.

Vor etwa zwei Jahren wanderte Reda Seyam in sein Geburtsland Ägypten aus. Im August 2013 berichtete dann das ARD-Magazin Report Mainz, dass sich Seyam in Syrien aufhalte. Reda Seyam soll der ranghöchste Deutsche innerhalb dem IS gewesen sein.