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Islamist aus Berlin angeblich im Irak getötet

Der islamische Extremist Reda Seyam wohnte jahrelang in Berlin. Jetzt soll er bei Gefechten im Irak getötet worden sein. Zuletzt war er Medienberichten zufolge der „Bildungsminister“ des IS.

Foto: David Heerde

Der deutsche Islamist Reda Seyam soll bei Gefechten im Irak getötet worden sein. Nach Informationen von NDR, WDR und der "SZ" war Seyam zuletzt unter dem Kampfnamen "Dhul Qaranain"zum "Bildungsminister" der Terrorgruppe "Islamischer Staat" aufgestiegen. Der Extremist wohnte jahrelang mit seiner zweiten Frau und den sieben Kindern in Charlottenburg.

Bislang konnten deutsche Sicherheitsbehörden den Tod von Seyam der Berliner Morgenpost nicht zweifelsfrei bestätigen. Unbestätigten Informationen einer irakischen Nachrichtenseite zufolge soll er Anfang Dezember bei Gefechten nahe Mossul getötet worden sein. Die Regierung in Bagdad bestätigte am Dienstag seinen Tod.

Der Extremist ist deutschen Sicherheitsbehörden schon lange bekannt. Anfang der 1990er-Jahre verkehrte der gebürtige Ägypter im sogenannten Multikulturhaus in Neu-Ulm – das islamistische Zentrum, das 2005 als Treffpunkt von Terroristen internationale Bekanntheit erlangt hatte. Zudem wurde Seyam verdächtigt, Finanzier der Bombenanschläge von Bali im Jahr 2002 gewesen zu sein. Bei den Anschlägen starben 202 Menschen, darunter sechs Deutsche.

Erste Frau hat eine neue Identität

Seine erste Ehefrau, eine Deutsche, schrieb 2004 unter dem Pseudonym Doris Glück ein Buch über ihre Ehe mit dem zunehmend radikal-werdenden Seyam. Die Autorin befand sich in einem Zeugenschutzprogramm und hat heute eine neue Identität. Seyam wohnte nach der Trennung jahrelang mit seiner zweiten Ehefrau und den sieben Kindern in Charlottenburg. Dort bezog er Sozialhilfe und fiel erneut als Produzent von Propagandavideos und Agitator in der salafistischen Szene Berlins auf. Medienberichten zufolge soll Seyam auch Kontakt zu Dennis Cuspert gehabt haben, der als Gangsterrapper unter dem Namen Deso Dogg bekannt wurde und inzwischen unter dem Kampfnamen Abu Talha al-Almani für den IS in Syrien kämpft.

Vor etwa zwei Jahren wanderte Reda Seyam in sein Geburtsland Ägypten aus. Im August 2013 berichtete dann das ARD-Magazin Report Mainz, dass sich Seyam in Syrien aufhalte. Reda Seyam soll der ranghöchste Deutsche innerhalb dem IS gewesen sein.