Mutmaßlicher Terrorist Reda Seyam lebt jetzt in Berlin

Der mutmaßliche islamische Terrorist Reda Seyam ist mittlerweile nach Berlin umgezogen. Wie aus Sicherheitskreisen bestätigt wurde, hat der gebürtige Ägypter mit deutscher Staatsangehörigkeit seinen Wohnsitz von Baden-Württemberg nach Charlottenburg verlegt. Der 46-Jährige gilt als mutmaßliches Führungsmitglied des Terrornetzes Al Qaida. Generalbundesanwalt Kay Nehm ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung. Einen Haftbefehl gibt es nicht. Seyam war im Sommer 2002 in der indonesischen Hauptstadt Jakarta festgenommen worden, weil er verdächtigt wurde, den Bombenanschlag auf Bali finanziert zu haben, bei dem 202 Menschen starben. Seyam, der immer beteuerte, kein Terrorist zu sein, wurde wegen Verstoßes gegen das Visumsgesetz zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Die Innenverwaltung schweigt. "Zu Einzelpersonen sagen wir nichts", so Sprecherin Henrike Morgenstern. Auch der Verfassungsschutz hält sich bedeckt. Sprecher Claus Guggenberger: "Wenn den Sicherheitsbehörden etwas auffällt, werden Maßnahmen ergriffen."

Der Vorsitzende des Innenausschusses im Abgeordnetenhaus, Peter Trapp (CDU), befürchtet, dass Seyam untertauchen könnte: "Berlin ist so groß wie das Ruhrgebiet, da kann man leicht verschwinden." Es stelle sich die Frage, wie ein Sozialhilfeempfänger Terroranschläge finanzieren könne und warum er keine Aufenthaltsbeschränkung habe, wenn Kay Nehm ermittle.

RAA