Stadtentwicklung

100.000 neue landeseigene Wohnungen für Berlin geplant

Andreas Geisel ist erst gut einen Monat im Amt und nun zuständig für Berlins Mega-Ressort Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt. Am Montag stellte der Senator seine Pläne für 2015 vor.

Mehr günstige Wohnungen, Dialogforen zu wichtigen städtebaulichen Entscheidungen, der S-Bahn-Betrieb, neue Straßenbahnlinien: Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) hat am Montag seine wichtigsten Vorhaben für 2015 vorgestellt.

Der Berlin Senat will die Zahl der geförderten Sozialwohnungen bis 3000 im Jahr erhöhen. Mittelfristig solle auch der Bestand der landeseigenen Wohnungen auf 400.000 gesteigert werden.

Geisel kündigte zudem eine Entscheidung im Herbst für den S-Bahn-Betrieb auf der Ringstrecke und neue Straßenbahnstrecken vor allem im Ostteil der Stadt an. Noch in diesem Jahr sollen die Bebauungsplanverfahren für das Kulturforum und den Molkenmarkt eröffnet werden.

Vorankommen möchte der Senator auch in der jahrelangen Diskussion um die Anbindung des künftigen Hauptstadtflughafens.

Das sind die wichtigsten Projekte im Überblick

WOHNUNGS- und MIETENPOLITIK

Geisel will die Zahl der geförderten Sozialwohnungen von jetzt 1000 auf 2000 bis 3000 im Jahr erhöhen. Das sei notwendig, um ausreichend bezahlbaren Wohnraum mit Blick auf die wachsende Bevölkerung zu schaffen. Zudem soll ein Konzept erarbeitet werden, die Mieten in Sozialwohnungen zu kappen. Sie seien teurer als in freifinanzierten Wohnungen.

Die Zahl der Neubauwohnungen soll mittelfristig von 10.000 auf 20.000 im Jahr steigen. Es gebe Bauflächen für rund 170.000 Wohnungen an 1000 Orten in der Stadt. Davon gehörten dem Land rund 15 Prozent. Deshalb müsse der Wohnungsneubaufonds auch für Privatinvestoren attraktiver werden, betonte der Senator. Mittelfristig soll auch der Bestand landeseigener Wohnungen von rund 300.000 Ende 2015 auf 400.000 gesteigert werden.

VERKEHR

Im Herbst soll der Zuschlag für den Betreiber der S-Bahn-Ringstrecke erteilt werden. Nach Ende der Ausschreibung Ende März erwartet Geisel „selbstverständlich Angebote“. Ob bereits welche vorliegen, sagte der Senator nicht.

Geisel plant mehrere neue Straßenbahnlinien, so von Schöneweide über das Ostkreuz nach Friedrichshain oder die Verlängerung der neuen Strecke zum Hauptbahnhof bis zur Turmstraße in Moabit. Auch in Mahlsdorf und Adlershof werden neue Strecken geplant.

Der Senator mahnt zudem eine Entscheidung zur Dresdner Bahn an, die den Hauptstadtflughafen anbinden soll. Die ebenerdige Trasse, die die Bahn in Lichtenrade plant, sei umstritten. Diese könnte 2023 fertig sein. Anwohner bevorzugten aber eine Tunnellösung, die viel länger dauern und mehr kosten würde. Das könne Berlin sich nicht leisten, weder zeitlich noch finanziell, sagte Geisel.

STADTENTWICKLUNG

Zur Nutzung der historischen Mitte startet Geisel am 16. Februar ein Dialogverfahren mit Experten und Anwohnern. Im Dezember soll ein Manifest ans Abgeordnetenhaus übergeben werden. 2016 soll dann ein internationaler Architekten-Wettbewerb folgen.

Der Bebauungsplan für die Umgestaltung des Molkenmarktes und der Verkehrsachse Grunerstraße/Gertraudenstraße beginnt in diesem Jahr. Durch Verkleinerung und neue Führung der Straße sollen Bauflächen und Platz für Straßenbahnschienen gewonnen werden.

KULTURFORUM

Für das vom Bund finanzierte Museum der Moderne am Kulturforum startet ebenfalls ein Verfahren. Damit sollen die Größe des Baufeldes und die Höhe der Bebauung geklärt werden. Geisel veranschlagt dafür eineinhalb Jahre. Dann soll ein internationaler Architektenwettbewerb folgen.