Charité

Ebola-Verdacht in Berlin - Patient zeigt keine Symptome

Der Ebola-Verdacht hat sich offensichtlich nicht erhärtet. Der Patient in der Isolierstation der Charité zeigt weiterhin keine Krankheitssymptome. Und die kritische Phase ist vorbei.

Foto: THOMAS PETER / REUTERS

Der Patient, der am 3. Januar auf die Sonderisolierstation der Charité, Campus Virchow in Wedding, gebracht worden war, hat sich wahrscheinlich nicht mit Ebola angesteckt. Er zeigt weiterhin keine Krankheitssymptome. Die Charité informierte am Dienstag darüber, dass die virologischen und laborchemischen Untersuchungen bislang alle negativ waren.

Eine Sprecherin der Charité sagte der Berliner Morgenpost, dass die kritische Phase jetzt vorbei sei. Die Inkubationszeit bei Ebola betrage insgesamt 21 Tage. Die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, sei für den Patienten in der vergangenen Woche – zwischen dem 6. und dem 12. Tag – am höchsten gewesen. Sie sei jetzt in den letzten Tagen der Inkubationszeit als sehr gering einzuschätzen.

Bis zum Ende der Inkubationszeit werde der Patient in der Charité weiter beobachtet. Laboruntersuchungen und virologische Untersuchungen würden ebenfalls weiterhin gemacht, sagte die Sprecherin des Klinikums.

Keine Gefahr für die Bevölkerung

Bei dem Patienten handelt es sich um ein südkoreanisches Mitglied eines medizinischen Behandlungsteams. Die Person, über deren Geschlecht und Alter keine Angaben gemacht werden, hatte sich am 29. Dezember im Umgang mit einem Ebola-Patienten mit einer Nadel verletzt. Der Ebola-Patient war am nächsten Tag gestorben.

Es ist der erste Ebola-Verdachtsfall aus einem von der Epidemie betroffenen Land, der in Berlin behandelt wird. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht. Sobald es neue Erkenntnisse gibt, will die Charité die Öffentlichkeit informieren.

In Deutschland wurden Ebola-Patienten bisher bereits in Hamburg, Leipzig und Frankfurt am Main behandelt. Zwei dieser Patienten überlebten, in Leipzig starb ein UN-Mitarbeiter aus Afrika.

Der bislang größte Ebola-Ausbruch begann im März des vergangenen Jahres im westafrikanischen Guinea und breitete sich auch auf die Nachbarstaaten Liberia und Sierra Leone aus. Weitere Fälle gab es in Nigeria. Die Sterblichkeit bei Erkrankung liegt bei etwa 60 Prozent. Zum 31. Dezember waren insgesamt 20.163 Ebola-Erkrankungen gemeldet. Davon waren 7894 tödlich verlaufen.