Barrierefreiheit

BVG gibt pro Jahr 7,5 Millionen Euro für Rolltreppen aus

Insgesamt haben die Berliner Verkehrsbetriebe 141 Aufzüge und 367 Fahrtreppen in ihrem Bestand. Viele Fahrgäste kritisieren häufige Ausfälle. Die BVG sieht ihr Verfügbarkeit „auf hohem Niveau“.

Wer am U-Bahnhof Kochstraße/Checkpoint Charlie in Kreuzberg mit großem Gepäck oder einem Kinderwagen hinunter zu den Zügen will, hat Pech. Der einzige Aufzug zum Bahnsteig wird gerade erneuert, Rolltreppen gibt es nicht, für die Fahrgäste heißt es Treppen steigen. Erst am 2. Januar soll der Fahrstuhl in der vor allem von Touristen frequentierten U-Bahn-Station wieder in Betrieb gehen, heißt es auf der Homepage der städtischen Verkehrsbetriebe.

Auf der Seite sind am Donnerstag elf der insgesamt 173 U-Bahnhöfe der Stadt aufgelistet, an denen die Aufzüge aktuell nicht in Betrieb sind, sieben wegen nicht genauer bezeichneter technischer Störungen, die übrigen vier wegen einer planmäßigen Modernisierung. Insgesamt haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) 141 Aufzüge und 367 Fahrtreppen in ihrem Bestand, rund zwei Drittel der U-Bahn-Stationen gelten damit als barrierefrei.

Allein für die Reparatur und den Austausch von Rolltreppen geben die landeseigenen Verkehrsbetriebe 7,5 Millionen Euro im Jahr aus. Ein Problem sei, dass es bei älteren Anlagen zu erheblichen Lieferzeiten für die erst auf Bestellung extra gefertigten Ersatzteile kommt. Bei ungeplanten Reparaturen käme es daher zu unerwünscht langen Ausfallzeiten, heißt es in der Stellungnahme von Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler auf eine parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten Ole Kreins.

Verfügbarkeit von Aufzügen und Rolltreppen „auf hohem Niveau“

Demnach sind im Vorjahr in acht U-Bahnhöfen Fahrtreppen länger als einen Monat, jedoch weniger als zwei Monate ausgefallen. Vier Rolltreppen, darunter gleich zwei Anlagen im U-Bahnhof Turmstraße sowie je eine im Bahnhof Pankow und Osloer Straße, standen länger als zwei Monate nicht zur Verfügung.

Trotz der bei Ausfällen teils erheblichen Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste sehen sich die Verkehrsbetriebe bei der Verfügbarkeit von Aufzügen und Rolltreppen „auf hohem Niveau“. Die im Verkehrsvertrag vom Senat geforderte Verfügbarkeitsquote sei in den vergangenen Jahren mit 98,1 Prozent (2012) und 97,9 Prozent (2013) klar überboten worden, sagte BVG-Sprecher Markus Falkner. Von Januar bis November dieses Jahres seien Aufzüge und Rolltreppen zu 98 Prozent verfügbar gewesen. Bei der Ermittlung der sogenannten Betriebsfähigkeit werden die tatsächlichen Betriebszeiten den geplanten gegenübergestellt, wobei die für die Entstörung und Instandhaltung benötigte Zeit aus der Planvorgabe herausgerechnet wird.

Aktuelle Störungen bei Aufzügen in U-Bahnhöfen unter bvg.de/de/Fahrinfo