Mit nicht funktionierenden Rolltreppen an U- oder S-Bahnhöfen sehen sich Berliner Fahrgäste häufig konfrontiert. Auf einigen Bahnhöfen sind diese Mobilitätshilfen deutlich störanfälliger als auf anderen, wie eine Anfrage der Abgeordneten Katrin Vogel (CDU) an den Berliner Senat ergab.
Aus der von Christian Gaebler (SPD), dem Staatssekretär für Stadtentwicklung und Umwelt, angeforderten Antwort der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sowie der Deutschen Bahn AG (DB), dem Mutterkonzern der S-Bahn Berlin GmbH, geht hervor, dass insbesondere die von der BVG betriebenen Fahrtreppen an den U-Bahnhöfen Pankow, Leopoldplatz, Zoologischer Garten und Bismarckstraße aufgrund ihrer starken Nutzung häufiger Defekte aufweisen.
Die DB gab an, vor allem an den S- und Fernbahnhöfen mit intensivem Fahrgastverkehr wie Friedrichstraße, Alexanderplatz, Hauptbahnhof oder Ostkreuz fielen Rolltreppen vermehrt aus.
Laut BVG könnten aber 80 Prozent aller Ausfälle innerhalb eines Tages behoben werden, 96 Prozent innerhalb von 72 Stunden. Dadurch seien die berlinweit 367 Rolltreppen, die von 32 BVG-Beschäftigten gewartet werden, zu 97,2 Prozent verfügbar. Damit liege die BVG über den Vorgaben der Verkehrsverträge mit dem Senat, nach denen stets die Verfügbarkeit der Rolltreppen oder Aufzüge in 95 Prozent der Betriebszeit gewährleistet sein muss.
Derzeit acht Rolltreppen außer Betrieb
Die Bahn hält sich im Gegensatz zur BVG mit Zahlen zurück. Ihre 262 Fahrtreppen, von denen sich knapp 50 in S-Bahnhöfen befänden, würden von einem Drittunternehmen in „zyklischen Wartungsintervallen“ sowie nach Bedarf instandgehalten und entstört. Dies geschehe meist „zeitnah“. Einige Störungen entstünden durch das missbräuchliche Bedienen des Nothalts, die meisten aber, rund 80 Prozent, durch Vandalismus.
Nach dem Winter habe es vermehrt Störungen gegeben, weil Splitt in die Rolltreppenstufen gekommen sei. Laut der Verkehrsverträge dürfen Fahrtreppen nicht länger als vier Monate ausfallen. Strafen bei Nichteinhalten sehen die Verträge allerdings nicht vor. Mitte März, zum Zeitpunkt der Anfrage, meldete die BVG wegen Sanierungsarbeiten acht Rolltreppen außer Betrieb, darunter an den U-Bahnhöfen Schloßstraße, Rathaus Steglitz und Alt-Tegel, die Bahn zwei am Hauptbahnhof sowie einen Langzeitausfall in Wedding.
Die S-Bahn bietet auf der Webseite www.s-bahn-berlin.de/fahrplanundnetz/mobilitaetsstoerungen eine aktuelle Übersicht über alle bekannten Rolltreppen- und Aufzugsstörungen, demnach fallen derzeit Fahrtreppen an den Bahnhöfen Friedrichstraße, Gesundbrunnen und Messe Nord/ICC sowie Südkreuz und Wedding aus oder werden demnächst ausgetauscht. Die BVG gibt unter http://www.bvg.de/index.php/de/9466/name/Aufzugsmeldungen.html lediglich defekte Aufzüge an. Anlass der Anfrage war der monatelange Ausfall einer Rolltreppe am Anhalter Bahnhof, den die Bahn mit langen Prüf- und Lieferzeiten für Ersatzteile begründete.
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