Asyl

Berlin beendet Aufnahmestopp für Flüchtlinge

In der vergangenen Woche hatte Berlin die Aufnahme von Asylsuchenden gestoppt. Die Lage hat sich aber nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales inzwischen entspannt.

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin wird ab Mittwoch wieder Flüchtlinge aufnehmen. Das kündigte der Chef des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso), Franz Allert, an. Das Amt hatte in der Vorwoche die Aufnahme von Asylsuchenden gestoppt. Die Lage habe sich inzwischen entspannt.

Zudem werden jetzt zwei neue Unterkünfte eröffnet, eine bereits am Mittwoch mit einer Kapazität von 150 Plätzen. Weitere 100 Flüchtlinge können in einem leer stehenden Bettenhaus des Hedwig-Krankenhauses in Mitte unterkommen, das ab Montag von der Caritas bereitgestellt wird.

In mehreren Einrichtungen waren in der vergangenen Woche Masern und Windpocken ausgebrochen. Zudem waren die Heime überfüllt. Berlin hatte deshalb ein Aufnahmestopp für Flüchtlinge verhängt - und dies bis zu diesem Dienstag verlängert.

Berlin musste dies beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) beantragen. Die Stadt musste daher keine Flüchtlinge mehr aus anderen Bundesländern aufnehmen, sich aber weiterhin um diejenigen kümmern, die von sich aus in die Stadt kommen.

Heime und Behörden überlastet

12.000 Asylbewerber erwartet Berlin in diesem Jahr. Die Heime und Unterkünfte sind voll. Mitarbeiter des Lageso hatten bei einer Anhörung im Abgeordnetenhaus zum Teil dramatische Arbeitsbedingungen geschildert. Die Beschäftigten seien angesichts der ständig steigenden Flüchtlingszahlen völlig überlastet. Zwölf-Stunden-Tage seien keine Ausnahme mehr. Ein Mitarbeiter müsse am Tag bis zu 50 Fälle bearbeiten. Wegen der hohen Arbeitsbelastung musste die zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge bereits Anfang September für mehrere Tage geschlossen werden.

Um den Andrang der vielen Flüchtlinge in Berlin zu bewältigen, stehen seit Freitag zwei große Traglufthallen bereit. Auf dem Gelände im Poststadion in Moabit können so für einen kurzfristigen Übergang insgesamt 250 bis 300 Menschen untergebracht werden.