Kommentar

Lohnplus bei der BVG - Auch dank vieler Fahrgäste in Berlin

Ganz ohne Streik können sich BVG-Mitarbeiter auf ein Lohnplus freuen - auch dank vieler Fahrgäste, die in wachsender Zahl mit Bus und Bahn unterwegs sind. Doch diese Entwicklung ist kein Selbstläufer.

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Während die Lokführer der Bahn auch nach sechs Arbeitsniederlegungen noch mit leeren Händen dastehen, können sich die Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) schon jetzt über ein kräftiges Lohnplus im nächsten Jahr freuen. Und das ganz ohne Streik und lautes Getöse.

Noch vor ein paar Jahren wäre das undenkbar gewesen. Mit Schrecken erinnert sich so mancher Berliner an das Frühjahr 2008, als Verdi über Wochen den öffentlichen Nahverkehr in der Stadt lahmlegte. Der seit 2010 amtierenden BVG-Chefin Sigrid Nikutta ist es aber offenbar gelungen, ein konstruktives und vertrauensvolles Verhältnis zu den Gewerkschaften herzustellen.

Davon profitieren am Ende beide Seiten, auch die Fahrgäste, die zumindest bei der BVG von tagelangen Streiks verschont bleiben. Grundlage für den jüngsten großzügigen Tarifabschluss ist die positive wirtschaftliche Entwicklung der landeseigenen Verkehrsbetriebe. Noch 2010 fuhr das Unternehmen im operativen Geschäft ein Minus von 62,6 Millionen Euro ein.

In diesem Jahr wird die BVG erstmals seit Langem unterm Strich einen kleinen Gewinn erzielen. Dank der vielen engagierten BVG-Mitarbeiter, aber auch dank der Fahrgäste, die in stetig wachsender Zahl mit den Bussen und Bahnen der BVG unterwegs sind.

Doch diese Entwicklung ist kein Selbstläufer. Sind U-Bahnen immer wieder überfüllt und werden die Busse nicht pünktlicher, könnte so mancher zahlende Kunde wieder abspringen.