Prozess in Berlin

Angeklagter bestreitet Missbrauch von 13-jähriger Berlinerin

Die Tochter seiner Partnerin lag unbekleidet in seinem Bett, als die Mutter nach Hause kam. Vor Gericht sagt der Fleischer, er habe das Mädchen in Wohnungen in Marzahn und Charlottenburg nur massiert.

Ein 45-Jähriger hat vor dem Berliner Landgericht den Vorwurf zurückgewiesen, die Tochter seiner Lebensgefährtin mehrfach missbraucht zu haben. Jegliche Anschuldigungen seien erfunden, erklärte der Fleischer zu Prozessbeginn am Montag.

„Es gab meinerseits nie ein sexuelles Interesse an dem Mädchen.“ Er habe das Kind nur massiert.

Laut Anklage begannen die mutmaßlichen Taten, als die Tochter elf Jahre alt. In mehr als zwei Jahren sei es zu 14 Übergriffen gekommen.

Der Angeklagte erklärte, er und die Mutter des Mädchens seien seit Sommer 2008 ein Paar gewesen. Er habe sich mit den insgesamt vier Kindern der Frau gut verstanden und bei deren Betreuung geholfen.

„Sexuelle Berührungen gab es nicht“

Für die Vorwürfe der jüngsten Tochter habe er keine Erklärung. Er habe sie nach ihrem Fußballtraining mehrfach auf ihren Wunsch hin massiert. Aus seiner Sicht habe nichts dagegen gesprochen, dass sie sich dann auch auszog. „Von Muskeln habe ich Ahnung, sexuelle Berührungen gab es nicht“, sagte der Mann.

Zu den Übergriffen soll es von Ende 2010 bis Anfang 2013 in Wohnungen in den Stadtteilen Marzahn und Charlottenburg gekommen sein. Nachdem die Mutter ihre Tochter am Neujahrstag unbekleidet im Bett des 45-Jährigen entdeckt hatte, offenbarte sich die Schülerin zunächst einer Freundin. Eine Woche später erstattete sie Anzeige gegen den nicht vorbestraften Fleischer.

Der Verteidiger sagt, das Mädchen sei „eine Zeugin aus schwierigen sozialen Verhältnissen, die vielleicht durch die Anschuldigungen mehr Aufmerksamkeit bekommen wollte“. Der Prozess wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes wird am 30. Oktober fortgesetzt.

( dpa/bee )