Prozess

Zwölf Jahre Haft für 29-Jährigen wegen Mord an Juwelier

Im April 2013 überfielen mehrere Männer einen Juwelier in Treptow. Der Mann wurde erschossen. Jetzt stand einer der Täter vor Gericht, er hatte sich freiwillig gestellt.

Branislav A. wirkte alles andere als glücklich bei der Urteilsverkündung. Obwohl er haarscharf an einer lebenslangen Freiheitsstrafe vorbeikam und wegen Mordes und Raubes mit Todesfolge nur zu zwölf Jahren Haft verurteilt wurde.

Es ging in diesem Prozess um die Tötung des Juweliers Suljo D. in dessen Geschäft an der Kiefholzstraße in Treptow. Branislav A. gehörte zu den Tätern, die den Mann am 29. April 2013 überfallen hatten. Zu Beginn des Prozesses sprach Branislav A. noch davon, dass er von einem geplanten Überfall nichts gewusst habe. Angeblich hätten sie dem Juwelier nur Schmuck verkaufen wollen. Eine Woche später korrigierte der Angeklagte diese Aussage: Er habe gewusst, dass sein Mittäter eine Pistole bei sich trug und diese gegebenenfalls auch einsetzen würde.

Richter Bernd Miczajka sagte bei der Urteilsbegründung, dass dieser Fall „erschreckende Aspekte der aktuellen Kriminalität in Berlin“ zeige. „Da kommt eine Bande zum Teil vorbestrafter Täter aus Serbien nach Berlin, um hier Einbrüche zu begehen.“ Und diese Täter seien dann auch bereit, so der Richter, „dabei Menschenleben zu vernichten“.

Dem Angeklagten hielt Miczajka zugute, dass er von allein nach Berlin gekommen sei, obwohl ihn die serbischen Behörden trotz Informationen über seine mutmaßliche Tatbeteiligung an diesem Mord „nicht ausgeliefert und noch nicht einmal festgenommen“ hätten.

Der 29-Jährige habe zur Aufklärung dieses Mordes entscheidend beigetragen, die Namen von Mittätern genannt und ehrliche Reue gezeigt. Das habe dem Schwurgericht ermöglicht, ihm aufgrund der Kronzeugenregelung eine mildere Strafe zu geben.

Der Serbe wird nun wohl auch ein wichtiger Belastungszeuge in einem weiteren Prozess um die Ermordung des Juweliers sein. Einer der mutmaßlichen Mittäter konnte im August in Schöneberg festgenommen werden. Der 37 Jahre alte Nedzib H. soll den Revolver besorgt und während des Raubes in unmittelbarer Nähe gewartet haben.