Keine Ermittlungen

Kinderporno-Verdacht in JVA Tegel bestätigt sich nicht

Über einen Rechner der Gefangenen-Zeitung „Lichtblick“ sollten in der Justizvollzugsanstalt Tegel Kinderpornos heruntergeladen und auf DVD gebrannt worden sein. Unter Verdacht stand ein Redakteur.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen einen Redakteur der Gefangenenzeitung „Lichtblick“ wegen des Verdachts der Verbreitung von Kinderpornos eingestellt. Das bestätigte eine Sprecherin der Behörde der Berliner Morgenpost.

Der Redakteur war in Verdacht geraten, auf einem Computer der Justizvollzugsanstalt (JVA) Tegel Kinderpornos gespeichert und an Insassen weitergeleitet zu haben. Auf einer sichergestellten DVD fanden die Ermittler aber nur Darstellungen sexueller Handlungen von Erwachsenen. „Das mag aus Sicht der Anstaltsleitung ärgerlich sein, es ist aber kein Straftatbestand“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Silke Becker.

Nach Angaben des Rechtsanwaltes des Redakteurs war auch bei einer Durchsuchung der „Lichtblick“-Räume kein belastendes Material gefunden worden. Ein Insasse der JVA Tegel hatte gegenüber der Anstaltsleitung den Verdacht geäußert, dort könnten Kinderpornos gespeichert sein. Die Redaktion des „Lichtblick“ stellte klar, keinen Zugang zum Internet zu haben, sondern lediglich einen überwachten E-Mail-Account, dessen Protokollierung und Volumenbegrenzung keinen Missbrauch zulasse.