Kriminalität

Geflohener mutmaßlicher Sextäter stellt sich freiwillig

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Nele Obermüller

Foto: Steffen Pletl

Am Donnerstagvormittag war ein mutmaßlicher Sexualstraftäter aus der Charité geflohen. Am Nachmittag kehrte der 22-Jährige zurück in das Krankenhaus des Maßregelvollzugs.

Große Aufregung am Donnerstag in Berlin: Einem Patienten des Maßregelvollzugs ist es am Vormittag gelungen, während einer altersdiagnostischen Untersuchung aus der Charité in Mitte zu flüchten. Der vermutlich 22-Jährige stammt aus Sierra Leone und befindet sich seit zwei Monaten wegen eines wahrscheinlich im Zustand der Schuldunfähigkeit ausgeübten Sexualdeliktes im Krankenhaus des Maßregelvollzugs in Reinickendorf.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost, handelt es sich bei dem Mann um Ibrahim B., der eine Zeit lang in der besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg wohnte.

Am Donnerstag war er in das Institut der Rechtsmedizin der Charité gebracht worden, nachdem die Staatsanwaltschaft eine altersdiagnostische Untersuchung angeordnet hatte. Diese sollte das tatsächliche Alter des Mannes überprüfen. Nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung war der Mann mit gefesselten Händen und Füßen in das Institut gebracht worden. Außerdem wurde er – wie beim Sicherungsstatus üblich – von einem Pfleger und zwei Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes begleitet.

Sprung aus sechs Metern Höhe

Kurz vor der Untersuchung gab der Patient laut Senatsverwaltung zu verstehen, dass er dringend die Toilette aufsuchen müsse. Die Fußfesseln waren bereits für die Untersuchung entfernt worden. Die Handfesseln, die zusätzlich an einen Bauchgurt fixiert waren, wurden für den Toilettengang belassen.

Begleitpersonal überprüfte die Toilette vorsichtig. Die Tür wurde nur angelehnt. Trotzdem gelang es dem gefesselten Mann aus dem Fenster zu springen. Ein Mitarbeiter konnte lediglich kurz ein Kleidungsstück fassen, bevor der Patient sechs Meter fiel, landete und anscheinend unverletzt davonlief, obwohl er durch seine Fesselung eingeschränkt war.

Der Flüchtige kam mit dem Taxi zurück

Die alarmierte Polizei suchte den Bereich großräumig ab. Doch die Beamten konnten keine Spur von dem Geflohenen finden. Ob der Mann gefährlich ist, konnte die zuständige Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales nicht sagen. Und auch die Polizei machte keine weiteren Angaben. Um kurz vor 16 Uhr war dann alles vorüber. Der Flüchtige sei selbstständig zurück in das Krankenhaus des Maßregelvollzugs gekehrt, teilte die Polizei mit. Er soll mit einem Taxi dort angekommen sein.

Warum der Mann aus dem Fenster sprang wird wohl unklar bleiben. Im Maßregelvollzug werden in der Regel psychisch kranke oder suchtkranke Straftäter untergebracht.