Hells Angels

Rocker-Prozess nach Mord im Wettbüro verschoben

Der Mord in einem Weddinger Wettbüro glich einer Hinrichtung: Das Opfer wurde mit mehreren Schüssen getötet. Nun muss der Prozess gegen elf Angeklagte aus der Rockerszene verschoben werden.

Der Rocker-Prozess mit elf Angeklagten wegen Mordes in einem Wettbüro ist verschoben worden. Eigentlich sollte die Verhandlung diesen Freitag am Berliner Landgericht beginnen, nun ist der 4. November angesetzt. Die Änderung sei aus organisatorischen Gründen erforderlich gewesen, sagte Gerichtssprecher Tobias Kaehne am Mittwoch.

Nach der Erkrankung eines Hauptschöffen sei es bei der Auswahl des nachrückenden ehrenamtlichen Richters bei der zuständigen Schöffengeschäftsstelle zu einem Fehler gekommen. Mit dem späteren Termin werde zudem Verteidigern ermöglicht, hinzugekommenes Aktenmaterial zu sichten.

Das 26-jährige Opfer war am 10. Januar dieses Jahres in einem Wettspielcafé im Stadtteil Wedding vor laufenden Überwachungskameras mit Schüssen regelrecht hingerichtet worden. Auf der Anklagebank werden nun zehn mutmaßliche Rocker der Hells Angels sowie ein weiterer Komplize sitzen. Der Mord war aus Sicht der Anklage die Rache für eine Schlägerei im Oktober 2013 vor einer Diskothek, bei der ein Hells-Angels-Rocker verletzt worden war.

Einer der Angeklagten soll gegen seine ehemaligen Gefährten ausgesagt haben und gilt als Kronzeuge. Er soll sich auch zu anderen Verfahren geäußert haben und befindet sich im Zeugenschutzprogramm. Der Prozess wird unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen laufen.