Grundstein

Charité bekommt neues Rettungszentrum für 70 Millionen Euro

Auf dem Campus Mitte der Charité ist der Grundstein für einen neuen OP- und intensivmedizinischen Bereich gelegt worden. Ende 2016 soll es dort 15 hochmoderne Operationssäle und 70 neue Intensivbetten geben.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Am Standort Mitte sollen die Patienten des Universitätsklinikums Charité schon bald in modernen und großzügigen Gebäuden behandelt werden. Wie diese einmal aussehen sollen, zeigt vorerst lediglich eine Computersimulation. Vor Ort ist noch nicht sehr viel zu sehen. Das Kellergeschoss des Charité-Neubaus ist aber bereits vollständig betoniert. Auf dieser Betonplatte fand am Freitag die Grundsteinlegung für den Bau des zentralen OP- und intensivmedizinischen Bereichs und der neuen Rettungsstelle der Klinik statt. Das Bauvorhaben, für das 70 Millionen Euro eingeplant sind, ist Teil des über 200 Millionen Euro umfassenden Umbau-Masterplans der Charité.

Moderne Operationssäle

15 hochmoderne Operationssäle, drei davon für ambulante Behandlungen, sollen im neuen OP- und Intensivmedizin-Trakt entstehen. Für die Patienten werden dort 70 Betten in Ein- und Zweibettzimmern bereitstehen. Geplant ist, dass das neue Zentrum gemeinsam mit dem Bettenhochhaus, das gegenwärtig ebenfalls umgebaut und saniert wird, Ende 2016 fertiggestellt sein soll.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte anlässlich der Grundsteinlegung, er freue sich, dass das Bauvorhaben im Zeit- und Kostenplan sei. „Es gibt andere Baustellen in Berlin und Umgebung, wo es ein bisschen anders aussieht.“

Wowereit fügte hinzu, dass auch an den drei anderen Standorten der Charité noch investiert werden muss. „Das ist eine Herkulesaufgabe“, sagte er und wünschte Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD), die Aufsichtsratsvorsitzende der Charité ist, „viel Erfolg bei der Beschaffung der Mittel und bei den Verhandlungen mit dem Finanzsenator.“

Sandra Scheeres sagte, dass sie die verschiedenen Standorte im Blick habe. „Das kann aber nur nach und nach geschehen.“ Sie verwies auf den Entwicklungsplan für die Charité, danach werde man sich richten. Scheeres dankte dem Parlament, das zusätzliche Gelder für die Charité bewilligt hat.

Der Regierende Bürgermeister bezeichnete die Charité in seiner kurzen Ansprache als „Leuchtturm der Berliner Gesundheitswirtschaft“. Die Charité sei heute ein Universitätsklinikum von Weltruf, habe aber nach der Wiedervereinigung auch sehr bewegte Jahre erlebt. Auch die Zusammenführung der Häuser in Ost und West sei schwierig gewesen. „Heute können wir sagen, es war richtig, an allen Standorten festzuhalten“, sagte Wowereit.

Schwierige Verhandlungen

Charité-Chef Karl Max Einhäupl dankte dem Regierenden Bürgermeister ausdrücklich dafür, dass Berlin sich für die Sanierung des Bettenhochhauses und den Neubau des OP- und Intensivmedizinischen Bereichs und der Rettungsstelle entschieden habe und an allen vier Standorten der Charité festhalten will. „Das ist ein Zeichen dafür, dass der Senat fest entschlossen ist, den Wissenschaftsstandort Berlin voranzubringen“, sagte er. Es seien zum Teil schwierige Verhandlungen gewesen, räumte Einhäupl ein. „Am Ende waren wir erfolgreich.“

Während der europaweiten Ausschreibung des Bauauftrags für Bettenhaus sowie OP- und Intensivmedizin-Trakt war es zu einer Verzögerung des Vergabeverfahrens gekommen. Es fand sich kein Generalunternehmer, der bereit war, die Arbeiten für die mit dem Senat vereinbarten 185 Millionen Euro auszuführen. Schließlich wurde die Summe auf 202,5 Millionen Euro erhöht und der Auftrag an den Wettbewerbssieger, eine Gemeinschaft aus dem Stuttgarter Baukonzern Züblin und der in Wien ansässigen Vamed, vergeben. Vamed ist ein weltweit tätiger Spezialist für den Bau und die Erneuerung von Infrastruktur in Krankenhäusern.

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