Asyl

Letzte Flüchtlinge verlassen Hosteldach in Friedrichshain

Eine Woche hatten sechs Flüchtlinge auf dem Dach des ehemaligen Hostels in der Gürtelstraße ausgeharrt. Nun haben sie das Gebäude verlassen.

Foto: Paul Zinken / dpa

Die letzten fünf Flüchtlinge, die das Dach und eine Wohnung im Hostel an der Gürtelstraße in Friedrichshain besetzt hielten, haben am Sonntag ihre Aktion abgebrochen. „Die Besetzer haben nach Gesprächen mit den Unterhändlern der Polizei das Dach um 18.50 Uhr verlassen“, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf am Sonntagabend.

Zuvor hatte in der Nacht zu Sonntag ein an Tuberkulose erkrankter Flüchtling das Dach eines besetzten Hostels in Berlin-Friedrichshain verlassen. Der Mann sei zuvor von einem Arzt der Polizei untersucht worden, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Auf eigenen Wunsch wurde er daraufhin im Krankenhaus behandelt. Laut einer Unterstützergruppe, die sich an dem Hostel in der Gürtelstraße aufhält und nach eigenen Angaben Kontakt zu den Flüchtlingen hält, verließ der Mann am Sonntag das Krankenhaus.

80 Unterstützer waren am Sonntag noch am Hostel

Am Sonntagnachmittag waren nach Angaben der Polizei etwa 80 Unterstützer am Ort. Die Lage sei ruhig. Die dann nur noch fünf Flüchtlinge, die sich zuvor im Camp auf dem Oranienplatz aufgehalten haben, hatten sich seit vergangenem Sonntag der Forderung des Senats widersetzt, die Unterkunft zu verlassen. Die Polizei hatte den Zugang zu dem Gebäude abgesperrt, Strom und Wasser abgestellt.

Das Verhalten der Besetzer habe gezeigt, dass „die Taktik der Polizei letztlich aufgegangen ist, die Angelegenheit mit Ruhe und Besonnenheit zu bewältigen“, sagte Neuendorf der Berliner Morgenpost. Mit der Besetzung hätten die Flüchtlinge einen Hausfriedensbruch, also eine Straftat begangen, ergänzte der Polizeisprecher. An ihrem Asylbewerber-Status ändere sich damit zunächst nichts.