ADAC-Test

Berliner Taxifahrer bei Test nur ausreichend bis mangelhaft

Der ADAC hat Taxifahrten in acht deutschen Städten unter die Lupe genommen und zahlreiche Mängel aufgedeckt. Berlin schneidet nicht schlecht ab, Hauptkritikpunkt sind aber die Taxifahrer.

Die Klagen über Taxifahrer sind überall in Deutschland groß. Keine Ahnung von der Strecke, weite Umwege, keine Deutschkenntnisse, es gibt viele Beschwerden.

Tatsächlich hat der ADAC jetzt bei einem Test von Taxifahrten jede achte Fahrt als mangelhaft und sehr mangelhaft eingestuft. Tester waren in acht deutschen Städten unterwegs und unternahmen dort insgesamt 160 Fahrten. Getestet wurden 40 Strecken jeweils vier Mal. 21 Fahrten fielen glatt durch. 122 wurden mit „gut“ oder „sehr gut“ bewertet. Getestet wurde in Berlin, Dresden, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, München und Stuttgart. Die Qualität des Fahrers ging zu 30 Prozent in das Ergebnis ein, das Fahrzeug zu 20 Prozent und die Routentreue zu 50 Prozent. Berlin erreicht ein gutes bis ausreichendes Niveau.

In der Hauptstadt fuhren die Tester vom Flughafen Tegel zum Hauptbahnhof, vom Bahnhof Zoo zum Hotel Art’otel Berlin City, von Friedrichshain zum Checkpoint Charlie, von Charlottenburg nach Moabit und von der Staatsoper zum Restaurant La Raclette. Die ersten drei Strecken erhielten ein Gut, die anderen beiden ein Ausreichend. Alle Fahrer hielten sich dabei an die kürzeste Route. In einem Fall wurde das Fahrzeug als sehr mangelhaft gewertet. Allerdings schnitten die Fahrer durchweg nur ausreichend oder mangelhaft ab.

Nichts im Vergleich jedoch zum Erlebnis eines Testers in Frankfurt. Dort kannte sich der Fahrer nicht aus, sprach schlecht deutsch, machte einen großen Umweg, überfuhr rote Ampeln und gab zu guter Letzt noch zu wenig Wechselgeld zurück. Ebenso fehlten Hinweise auf Fahrerlaubnis und Tarifübersicht.

In fast 90 Prozent der Fahrten seien die Quittungen unvollständig gewesen, erklärte der ADAC. Bei 17 Prozent der Fahrten seien Verstöße gegen die Verkehrsregeln registriert worden. Bei zehn Prozent der Fahrten mussten die Tester demnach unnötige Umwege in Kauf nehmen, vier Tester wurden gar nicht erst befördert.

Der ADAC forderte mehr Klarheit bei Taxitarifen. In Deutschland gebe es mehr als 800 Tarife, die regional variierten und für den Verbraucher nur schwer zu durchschauen seien, so der Autoclub. Daher appellierte der Club an Kommunen und Taxiverbände, ihre Tarife transparenter zu machen und zu vereinheitlichen.

Die Tarifgebiete gingen auf die Kommunen zurück, erklärte der Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes BZP, Michael Müller. Der Verband sei gesprächsbereit und offen für Änderungen, wenn so die Transparenz für den Kunden verbessert werden könne. Der BZP nehme die Ergebnisse des ADAC-Tests „sehr ernst“, auch wenn es sich um Stichproben handle, die nicht unbedingt repräsentativ seien.