Prozess in Berlin

25-jähriger Berliner misshandelt Ex-Freundin stundenlang

19 Stunden lang war eine Arzthelferin der Gewalt ihres eifersüchtigen Ex-Freundes in Berlin-Westend ausgesetzt. Vor Gericht gestand er überraschend – und sorgte damit für ein milde wirkendes Urteil.

Ein 25-jähriger Mann, der seine ehemalige Freundin über Stunden hinweg malträtierte, bleibt nach seinem Geständnis frei. Das Berliner Landgericht verhängte zwei Jahre Haft auf Bewährung.

„Der Angeklagte hatte ein sehr verkehrtes Frauenbild, inzwischen aber ist in seinem Leben eine Wendung eingetreten“, begründete der Vorsitzende Richter am Mittwoch das Urteil.

Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre und vier Monate Gefängnis verlangt, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe.

Der Angeklagte war im April 2012 in der Wohnung der 27-jährigen Frau in Berlin-Westend aus Eifersucht handgreiflich geworden. In den 19 Stunden habe er die Frau „in vielfältiger Weise malträtiert“, stand nach vierwöchiger Verhandlung für das Gericht fest.

Geschlagen, erstickt und mit Pfefferspray attackiert

Die Arzthelferin wurde mit der Faust geschlagen, mit Pfefferspray attackiert und verletzt, gegen die Waschmaschine geschleudert. Zudem drückte ihr der Mann ein Kissen auf das Gesicht. Der Angeklagte habe sich der gefährlichen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung schuldig gemacht, urteilten die Richter.

Weil der 25-Jährige die Vorwürfe vor Gericht erstmals gestand, sei der Zeugin eine intensive und vermutlich sehr belastende Befragung im Prozess erspart geblieben, hieß es weiter. Das sei strafmildernd gewertet worden.

Zudem wolle der Mann, der nicht einschlägig vorbestraft ist, ein Schmerzensgeld von 4500 Euro zahlen. Die Arzthelferin hatte im Prozess in einer kurzen Aussage erklärt, sie sei nach dem Übergriff eine Woche lang nicht arbeitsfähig gewesen.