Prozess in Berlin

Autofahrerin stürzt von Brücke – Angeklagter bestreitet Tat

Das Auto der Studentin wurde von der Stadtautobahn geschoben und stürzte sieben Meter tief in einen Kleingarten. Ein 23 Jahre alter Autofahrer steht nun als mutmaßlicher Unfallverursacher vor Gericht.

Foto: Steffen Pletl

Es war ein spektakulärer Unfall, der fast mit dem Tod eines Menschen geendet hätte: Am 7. Januar 2012 fuhr der 23-jährige Denis B. auf der Stadtautobahn A100 in nördlicher Richtung. Hinter der Ausfahrt Kaiserdamm geriet er mit seinem Auto ins Schleudern. Dabei drückte er einen anderen Pkw von der mittleren in die rechte Spur. Dieser wiederum schob einen rechts neben ihm fahrenden Wagen über die Seitenbegrenzung der Autobahn. Das Fahrzeug stürzte in eine Kleingartenanlage. Die Fahrerin erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Denis B. mit unangemessen hoher Geschwindigkeit unterwegs war, und erhob Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung. Am Freitag begann vor einem Verkehrsgericht der Prozess.

Denis B. bestritt, an jenem 7. Januar 2012 zu schnell gefahren zu sein. Er habe die zulässige Geschwindigkeit nicht überschritten, beteuerte der Jurastudent. Er ging in seiner Erklärung davon aus, dass er wegen des rutschigen Asphalts ins Schleudern gekommen sei.

Mehrere Halswirbel waren gebrochen

Die als Zeugin geladene Fahrerin des Unglückswagens hatte nur noch wenige Erinnerungen an das Unfallgeschehen. Sie war auf dem Weg nach Lübeck. Es sei etwas von der Seite gekommen sagte die 24-Jährige. Sie habe sich dann mehrfach mit ihrem Auto gedreht. Weitere Erinnerungen an den Sturz habe sie nicht. „Ich hatte wahnsinnige Angst.“

Die Medizinstudentin war mit ihrem Kleinwagen etwa sieben Meter tief gestürzt und schwer verletzt worden: Mehrere Halswirbel waren gebrochen, sie hatte Hirnblutungen und Frakturen im Gesicht. Bis heute leide sie an den Folgen, sagte sie vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Denis B. am Unfalltag die Rudolf-Wissell-Brücke bei regennasser Fahrbahn mit etwa 90 Stundenkilometern befuhr. Es war damals in diesem Bereich aber nur maximal Tempo 80 gestattet. Und auch das nur bei günstigen Bedingungen. Wie schnell Denis B. tatsächlich fuhr, wird nun vermutlich ein Sachverständiger feststellen. Am 29. August, dem nächsten Verhandlungstag.