Prozess in Berlin

Bushido-Freund muss nach Messerangriff lange ins Gefängnis

Der 32 Jahre alte Veysel K., Freund des Skandal-Rappers Bushido, wurde zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt. Motiv des Messerangriffs war wohl ein Racheakt.

Von einem Racheakt wurde schon vor dem Prozess gesprochen. Und auch Richter Gregor Herb ging am Donnerstag bei seiner Urteilsbegründung davon aus, dass die Angeklagten am 16. März 2013 für eine polizeibekannte arabische Großfamilie unterwegs waren.

Der 40-jährige Khalil Y. hatte ein Mitglied dieser Großfamilie angezeigt, diese Anzeige später gegen Geld zurückgenommen und dann gegen das Mitglied des Clans vor Gericht doch noch ausgesagt.

Genau das war mit hoher Wahrscheinlichkeit Anlass für die blutige Tat, die sich am 16. März gegen 0.30 Uhr in einem Café in Charlottenburg ereignete.

Der 32-jährige Veysel K., er gilt als Freund des Skandal-Rappers Bushido, wurde dafür von einer Moabiter Strafkammer zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Ein Mittäter soll für drei Jahre und neun Monate hinter Gitter.

Dutzende Messerstiche innerhalb weniger Sekunden

Khalil Y. saß an jenem 16. März ahnungslos in einem Hinterraum des Cafés und spielte Karten, als vermummte Täter in den Raum stürmten, einer an ihn herantrat und ihm ohne Vorwarnung zwei Stiche in den Hüft- und Beinbereich versetzte.

Richter Herb sprach von einem „geplanten, rollkommandoartigen Überfall.“ Wenig später, Khalil Y. lag schon am Boden, stach ihn derselbe Täter noch elf Mal mit Wucht ins Gesäß und in den Oberschenkel.

Zuvor hatte er versucht, das Opfer mit einem Stuhlbein zu verletzten. Das alles dauerte nur 36 Sekunden.

Staatsanwaltschaft geht nicht von Mordanschlag aus

Veysel K. hat die Tat nie zugegeben. Die Kammer sei jedoch sicher, so Richter Herb, dass es sich bei ihm um den Haupttäter handele. Basis für die Verurteilung seien Aufnahmen von Überwachungskameras, eine DNA-Spur, Zeugenaussagen und Veysel K.s auffälliger Kleidung.

Schon die Staatsanwaltschaft war nicht von einem Mordanschlag ausgegangen, weil dem Opfer immer wieder gezielt in den Bereich des Gesäßes und des Oberschenkels gestochen wurde.

Khalil Y. habe nur verletzt werden sollen, sagte dann auch der Richter. Daher wurde es auch nur eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter schwerer Körperverletzung.