Nahverkehr

Bausommer bei der Berliner S-Bahn geht in die nächste Runde

Neue Einschränkungen für S-Bahn-Fahrgäste: Neben der Stadtbahn sind nun auch die Linien S1 und S8 wochenlang unterbrochen. Am Wochenende gibt es zudem Schienenersatzverkehr auf der S5 und S7.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Nach der Stadtbahn in Mitte werden ab dem heutigen Freitagabend auch die Linien S1 (Potsdam–Oranienburg) und S8 (Zeuthen-Birkenwerder) im Norden wegen Bauarbeiten unterbrochen. Bis Montagmorgen fahren zudem auf der S5 und S7 zwischen Westkreuz und Olympiastadion keine Bahnen. Zwischen Grunewald und Olympiastadion werden Busse eingesetzt, wie die S-Bahn Berlin GmbH mitteilte.

Deutlich länger dauert es auf der Linie S1: Noch bis zum 31. August fahren zwischen Birkenwerder und Oranienburg Busse statt der Züge. Bei der S8 gibt es bis zum 1. September keinen S-Bahn-Verkehr zwischen Blankenburg und Hohen Neuendorf. Auch dort fahren als Ersatz Busse, die Fahrgäste müssen sich jedoch auf erheblich längere Fahrzeiten einrichten. Zur Umfahrung können sie aber auch den Regionalexpress 5 (Berlin–Rostock) nutzen, der tagsüber im Stundentakt fährt und unter anderem am Potsdamer Platz, im Hauptbahnhof sowie in Gesundbrunnen und Oranienburg hält. Zwischen Birkenwerder und Oranienburg kann auch die Regionalbahn RB20 (Potsdam–Oranienburg) genutzt werden, auf der Verbindung gilt der günstige VBB-Kurzstreckentarif.

Die Bahn erneuert zwischen Blankenburg und Schönfließ umfangreich Schienen und Weichen. Im Bereich des Bahnhofs Oranienburg wird zudem die Suche nach Blindgängern und Munitionsresten aus dem Zweiten Weltkrieg fortgesetzt. Bereits im vergangenen Jahr waren bei 1800 Bohrungen 18 konkrete Verdachtsstellen im Boden sondiert worden, die nun geöffnet werden sollen. Das Bergen der Fundstücke sei mit einem hohen Zeitbedarf verbunden, so die Experten. Voraussichtlich bis zum Jahresende will die Bahn die Bombensuche auf den Betriebsflächen der S-Bahn abschließen.

Suche nach Blingängern

Wegen der zahlreiche Kasernen und Rüstungsbetriebe in und um Oranienburg war die Stadt im Zweiten Weltkrieg besonderes Ziel alliierter Luftangriffe, bis heute werden immer wieder gefährliche Blindgänger gefunden. Nach Bahn-Angaben gelten aktuell rund 70 Prozent der insgesamt 240.000 Quadratmeter großen Flächen im Bahnhofsbereich als kampfmittelfrei. Von den bislang sechs gefundenen Blindgängern mussten zwei vor Ort gesprengt werden, weil sie sich nicht entschärfen ließen. Im nächsten Jahr ist geplant, die noch ausstehenden Flächen mit dem Empfangsgebäude und den westlichen Randbereichen zu erkunden.

Der S-Bahn-Verkehr auf der Stadtbahn ist noch bis zum 25. August zwischen Ostbahnhof und Friedrichstraße unterbrochen, auf der stark befahrenen Strecke werden in großem Umfang Schienen und Gleisbefestigungen erneuert. Betroffen sind davon täglich bis zu 160.000 Fahrgäste, die auf den Linien S5 (Strausberg Nord–Spandau), S7 (Ahrensfelde–Wannsee) und S75 (Wartenberg–Westkreuz) unterwegs. Die S-Bahn lässt ersatzweise Busse fahren. Schneller geht es mit dem parallel zur S-Bahn fahrenden Regionalverkehr, etwa mit dem Regionalexpress RE1 oder dem RE7. Die Bahn lässt tagsüber zwischen Ostbahnhof und Zoologischer Garten auch zusätzliche Doppelstock-Züge pendeln.