Berlins Olympiabewerbung

Olympisches Dorf in Tegel - Reiten in Sanssouci

Sie sollen bescheiden sein und bürgerfreundlich. Berlin bewirbt sich um die Olympischen Spiele und will alle ostdeutschen Bundesländer mit einbeziehen Jetzt sind erste Details bekannt geworden.

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Berlin bereitet sich intensiv auf eine Olympia-Bewerbung vor. Das Olympisches Dorf soll mitten in der Stadt auf dem dann stillgelegten Flughafen Tegel entstehen. Das sehen die Planungen des Berliner Senats für eine Olympia-Bewerbung beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für Olympische Sommerspiele 2024 oder 2028 vor. Das sagte Sport-Staatssekretär Andreas Statzkowski. Zudem sei geplant, Sportarten wie Segeln, Dressurreiten, Kanu oder Rudern und Fußball-Spiele nach Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu vergeben. Die „B.Z.“ hatte zuerst über die Pläne berichtet.

Das insgesamt 460 Hektar große Areal des Flughafens Tegel sei ideal geeignet, ergänzte Bau-Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup. Das Areal gehöre dem Land und dem Bund und sei nahe zum Olympiastadion. Auf rund 220 Hektar soll dort nach den Plänen des Senats ein Standort für Zukunftstechnologien sowie rund 2000 Wohnungen entstehen.

Geplant ist eine „Smart Olympic City“

„Diesen Masterplan haben wir auf 4000 bis 5000 Wohnungen ausreichend für ein Olympisches Dorf erweitert“, sagte Lütke Daldrup der dpa. Danach müsste dort Platz für 17 500 Sportler und Funktionäre sein. Später sollen sie in behindertengerechte und preiswerte Wohnungen für die Berliner umgewandelt werden. Dort könnte eine „Smart Olympic City“ gebaut werden, umweltgerecht und nachhaltig. „Die neusten urbanen Technologien könnten in einem Olympischen Dorf erprobt werden“, erklärte der Staatssekretär.

Kritik zu den Plänen gab es hingegen umgehend von der Opposition. „Die Bürgerbeteiligung des Senats wird immer mehr zur Witzveranstaltung, wenn er das Ergebnis jetzt schon vorweg nimmt“, kritisierte Ramona Pop, die Fraktionsvorsitzender der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus.

„Nachhaltigkeit, Bescheidenheit und Bürgerfreundlichkeit“

Statzkowski indes wiederholte, Berlin lege bei der Planung Olympischer Spiele viel Wert auf Nachhaltigkeit, Bescheidenheit und Bürgerfreundlichkeit und wolle vorhandene Gebäude optimal nutzen, Neben dem Olympiastadion für die Sportarten Leichtathletik, Fußball und Hockey sei das Sportforum in Hohenschönhausen als zweites Veranstaltungszentrum geplant. Dort sollen die Wettbewerbe im Bogenschießen, Handball und der Rhythmische Sportgymnastik sowie in zwei temporären Hallen Gewichtheben und Taekwondo ausgetragen werden, sagte der CDU-Politiker.

Das Stadion auf dem Gelände des Sportforums wie auch der Jahnsportpark an der Cantianstraße seien dringend sanierungsbedürftig. Nach Olympia könnten die sanierten Sportstätten wunderbar für den Berliner Sport weiter genutzt werden, sagte Statzkowski. Fußball-Vorrundenspiele könnten in der Alten Försterei angestoßen werden. Der gegenüberliegende Mellowpark soll für BMX-Strecken genutzt werden, die Mountainbike-Rennen im Freizeitpark Lübars stattfinden. Der neue CityCube sei für Tischtennis vorgesehen. Ferner seien auf dem Messegelände Ringen, Judo und das Pressezentrum geplant, sagte der Staatssekretär.

Reiten in Sanssouci und Rudern in Brandenburg/Havel

In Gesprächen mit den Nachbarländern will Berlin auch mehrere Wettbewerbe nach außerhalb vergeben. Die Segler sollen in Rostock-Warnemünde starten. In Brandenburg könnte in in der Stolper Heide gegolft werden, Kanu- und Ruder-Wettbewerbe auf der Internationalen Regattastrecke am Beetzsee (Brandenburg/Havel) stattfinden. Für das Dressurreiten wünscht sich Berlin die Traumkulisse vor dem Neuen Palais im Park Sanssouci. Bisher sei nichts definitiv, betonte Statzkowski. Der Senat entscheide erst Ende August, wenn auch die 13 Fragen des DOSB zur möglichen Bewerbung beantwortet sein müssen.