Mutmaßlicher Mörder

Tippgeber führte Polizei zu Ausbrecher Metin M.

Ein Hinweis aus der Bevölkerung hat die Berliner Polizei letztendlich auf die richtige Spur geführt, die zur Festnahme des entflohenen Häftlings führte. Dem Tippgeber steht eine Belohnung zu.

Foto: Paul Zinken / dpa

„Ja, es gibt einen Hinweisgeber, dem auch eine Belohnung ausgezahlt wird“, bestätigte Martin Steltner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, auf Anfrage der Berliner Morgenpost. „In welcher Größenordnung das sein wird, können wir jetzt noch nicht sagen. Dieser Hinweis hat aber im Ergebnis zum Erfolg geführt.“ Für Hinweise, die zur Ergreifung des geflüchteten Mordverdächtigen Michael Metin M. führen, hatte die Staatsanwaltschaft Ende Mai eine Belohnung in Höhe von bis zu 5000 Euro ausgelobt.

Beamte eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei (SEK) hatten, wie berichtet, am Donnerstag den in der Nacht vom 18. zum 19. Mai aus der Justizvollzugsanstalt Moabit entflohenen Häftling Michael Metin M. zurück in seine Zelle gebracht. Dem 34-Jährigen wird vorgeworfen, den Berliner Clubbesitzer Jochen Strecker am 3. März 2014 in dessen Wohnung ermordet zu haben. Aus diesem Grund saß er in Untersuchungshaft.

Nähere Einzelheiten zu den Umständen der Festnahme und den Ermittlungen machte Polizeisprecher Thomas Neuendorf mit dem Verweis auf die noch laufenden Ermittlungen nicht. Noch sei nicht abschließend geklärt, wer Michael Metin M. mit falschen Ausweispapieren ausgestattet hatte und um wessen Wohnung es sich handelt, in der der Gesuchte Unterschlupf gefunden hatte. Außerdem sei zu klären, wer den Ausbrecher mit Bargeld versorgt habe. „Das alles ist Gegenstand der aktuellen Ermittlungen.“

Keine Strafe für die Flucht

Für die Flucht in die Freiheit kann M. juristisch nicht belangt werden. „Nulla poena sine lege. Keine Strafe ohne Gesetz“, erklärt Rechtsanwalt und Strafrechtsexperte Heinrich Schmitz. „Die Flucht ist ein Ausdruck des allgemeinen Persönlichkeitsrechtes und steht nicht unter Strafe.“ Wenn ein Flüchtling Gitterstäbe durchgesägt hat, erwarte ihn eine Anzeige wegen Sachbeschädigung. Hat er auf der Flucht einen Wachmann niedergeschlagen, könne er wegen Körperverletzung belangt werden. Der Drang nach Freiheit hingegen stehe nicht unter Strafe. Im Gegenteil. „Würde der Gesetzgeber ein solches Gesetz schaffen wollen, würde er meines Erachtens gegen das Grundgesetz verstoßen“, erklärt Schmitz. „In Juristenkreisen wird auch diskutiert, ob anschließende Disziplinarmaßnahmen nach einer Flucht überhaupt zulässig sind oder gegen die Verfassung verstoßen.“