Mutmaßlicher Mörder

Auto, Ausweise, Bargeld - Wer half dem JVA-Ausbrecher?

Der aus Moabit ausgebrochene Straftäter Metin Michael M. ist gefasst. Zehn Wochen war er auf der Flucht - und hatte dabei offensichtlich Helfer. Bei seiner Festnahme hatte er viel Bargeld bei sich.

Foto: Paul Zinken / dpa

Nach der Festnahme eines Gefängnis-Ausbrechers haben Berliner Ermittler noch viele Fragen. Wer half dem mutmaßlichen Mörder beim Untertauchen über zehn Wochen? Wer besorgte dem 34-jährigen Metin Michael M. Wohnung, Auto und falsche Papiere? Dies werde jetzt ermittelt, sagte ein Polizeisprecher am Freitag.

Der Gesuchte war am Donnerstag überraschend in Berlin festgenommen worden. Der 34-Jährige habe keinen Widerstand geleistet. Er habe viel Bargeld bei sich gehabt. Nach dem Ausbrecher war auch mit internationalem Haftbefehl gesucht worden.

Spektakuläre Flucht

Metin Michael M. war Mitte Mai mit einem Komplizen Ulrich Z. aus der Untersuchungshaft geflüchtet. Er steht unter dem dringenden Verdacht, im März 2013 einen Berliner Clubbetreiber getötet zu haben. Bei dem Getöteten handelte es sich um den Besitzer des bekannten Nachtclubs „First“ an der Joachimstaler Straße Ecke Lietzenburger Straße in Charlottenburg.

Die Flucht der in U-Haft einsitzenden 34 und 25 Jahre alten Häftlinge aus dem Moabiter Gefängnis am 19. Mai dieses Jahres gilt noch immer als eine der spektakulärsten. Nachdem Metin Michael M. und Ulrich Z. in ihren nebeneinander liegenden Zellen die Eisenstäbe vor ihren Fenstern durchgesägt hatten, haben sie sich mit Bettlaken in den Hof des Gefängnisses abgeseilt.

Anschließend konnten sie eine mehr als vier Meter hohe Mauer erklimmen, warfen Decken über einen dort gezogenen Stacheldrahtzaun und kletterten ungehindert auf ein Vordach. Von dort sind sie anschließend auf die Straße Alt-Moabit gelangt und versteckten sich in Berlin.

Nach 74 Tagen ist die Flucht beendet. Sein Mitausbrecher wurde schon vor einiger Zeit wieder gefasst. Nun befinden sich beide wieder hinter Gittern.