Berlin-Mitte

Autofahrer schlägt Radfahrer mit Schlagstock bewusstlos

Weil ein Radfahrer an der Leipziger Straße in Berlin-Mitte kurz seinen Seitenspiegel streifte, ist ein bislang unbekannter Autofahrer völlig ausgerastet. Nun fahndet die Polizei nach dem Schläger.

Foto: Steffen Pletl

Wildwest mitten in Berlin: Weil ein Radfahrer an der Leipziger Straße in Berlin-Mitte kurz seinen Seitenspiegel streifte, ist ein bislang unbekannter Autofahrer völlig ausgerastet. Er entfachte eine regelrechte Gewaltorgie, an deren Ende der Radfahrer bewusstlos in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Nach dem Autofahrer fahndet jetzt der Verkehrsermittlungsdienst der Direktion 3. Die Beamten setzten dabei vor allem auf Hinweise durch Augenzeugen des brutalen Geschehens.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei waren sowohl der unbekannte Autofahrer als auch der 33-jähriger Radfahrer am späten Mittwochnachmittag gegen 17.30 Uhr vom Potsdamer Platz kommend an der Leipziger Straße unterwegs, als der das Fahrzeug links überholende Radfahrer den Seitenspiegel des Wagens streifte.

Wütend darüber fuhr der Unbekannte wieder an den Radfahrer heran, öffnete auf seiner Fahrerseite das Fenster und schlug unvermittelt mit einem Schlagstock auf den Radfahrer ein. Als beide kurz darauf an der Kreuzung Mauerstraße vor einer roten Ampel halten mussten, stieg der Unbekannte aus, ging sofort erneut auf den Radfahrer los und schlug ihn krankenhausreif.

Gewaltorgie vor den Augen zahlreicher Passanten

Erst als der 33-Jährige vor den Augen zahlreicher entsetzter Passanten unter Schlägen und Tritten zu Boden ging und das Bewusstsein verlor, ließ der rabiate Autofahrer von ihm ab, stieg in sein Auto und fuhr davon. Alarmierte Rettungskräfte der Feuerwehr lieferten den schwer verletzten Radfahrer nach einer ersten Sofortbehandlung vor Ort in ein Krankenhaus ein, wo er auf die Intensivstation kam. Inzwischen hat er das Bewusstsein wieder erlangt, konnte nach Angaben eines Polizeisprechers am Donnerstagvormittag allerdings noch nicht befragt werden.

Die Beamten des Verkehrsermittlungsdienstes haben bereits unmittelbar nach der Tat begonnen, Zeugen zu befragen. "Die Leute waren deutlich erkennbar schockiert", sagte ein Beamter. Zum Stand der Ermittlungen wollte die Polizei am Donnerstag aus "ermittlungstaktischen Gründen" nichts sagen, man sei aber zuversichtlich, den Täter zu ermitteln, hieß es.

Bei dem Fahrzeug des Gesuchten handelt es sich um einen auffälligen orangefarbenen Pkw Hyundai mit Heidelberger Kennzeichen (HD). Im Interesse einer schnellen Aufklärung hat sich die Behörde zudem zu einer Öffentlichkeitsfahndung entschlossen und setzt auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung zur Identifizierung des Täters.

Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder Hinweise zu dem oder den Fahrzeuginsassen machen können, werden gebeten, sich mit dem Verkehrsermittlungsdienst der Direktion 3 in der Invalidenstraße 57 in Mitte unter der Rufnummer (030) 4664 381800 oder einer anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

hhn