Bericht

Verurteilter U-Bahn-Schläger offenbar abgeschoben

Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt: Ein Handwerker war auf dem U-Bahnhof Lichtenberg schwer misshandelt worden. Einer der mutmaßlichen Täter soll jetzt abgeschoben worden sein.

Ein verurteilter U-Bahn-Schläger aus Berlin ist nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung aus der Haft direkt nach Kenia abgeschoben worden. Die Innenverwaltung äußere sich nicht zu Einzelfällen, teilte ein Sprecher mit Verweis auf den Datenschutz am Donnerstag mit. Ein Gerichtssprecher sagte nur, das Landgericht habe einer Abschiebung zugestimmt.

Nach einem Gewaltexzess im U-Bahnhof Lichtenberg war der heute 20-Jährige mit Migrationshintergrund im Dezember 2011 wegen zweifachen Mordversuchs zu sechs Jahren Jugendstrafe verurteilt worden, auch drei Komplizen bekamen mehrjährige Freiheitsstrafen.

Ein Handwerker war „aus purer Lust an der Gewalt“ mit Tritten und Schlägen gegen den Kopf misshandelt worden. Er lag wochenlang im künstlichen Koma. Ein Kollege kam mit leichteren Verletzungen davon.

Der Gerichtssprecher sagte, laut Strafprozessordnung sei eine Abschiebung aus der Haft möglich. Die Reststrafe werde aber nicht erlassen. Sollte der Abgeschobene in den nächsten 20 Jahren nach Deutschland zurückkehren, müsste er wieder ins Gefängnis. Laut „Bild“ erwartet den Gewalttäter in Kenia keine weitere Strafverfolgung.