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BVG informiert im Radio über Ticketkontrollen

Ein Berliner Radiosender gibt ab Montag bekannt, wo die Kontrolleure unterwegs sind. Was wie ein willkommener Service für Schwarzfahrer klingt, ist natürlich durchdacht.

Foto: Buddy Bartelsen

Ab kommender Woche wollen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) über den Sender radioBerlin 88,8 bekannt geben, auf welchen Linien ihre Kontrolleure gerade unterwegs sind. Angekündigt ist „ein großer Teil der täglichen Ticketkontrollen“ – von Montag bis Freitag zwischen 6.30 und 17.30 Uhr, jeweils halbstündig.

Was zunächst wie ein willkommener Service für Freunde des Schwarzfahrens klingt, ist natürlich durchdacht. Die BVG geht davon aus, dass Fahrgäste durch die Warnungen entweder ein Ticket kaufen – oder die Verkehrsmittel gar nicht erst nutzen, also auch nicht betrügen. Als „Gedächtnis-Stütze für die ehrlichen und Denkanstoß für die nicht so ehrlichen“ bezeichnet BVG-Vorstand Henrik Falk die Idee.

BVG-Sprecherin Petra Reetz vergleicht die Aktion mit den Blitzermeldungen im Verkehrsfunk: „Dann schaue ich ja auch genau auf den Tacho. Bei unseren Meldungen achten die Leute hoffentlich genau darauf, ob sie ein Ticket haben.“ Die Zahl der Berliner, die lieber zu Fuß gehen oder die Linie, auf der kontrolliert wird, umfahren werden, hält sie für sehr gering.

Insgesamt ist die Zahl der Schwarzfahrer in diesem Jahr gesunken. Die Feststellungsquote, die angibt, wie viele Fahrgäste gar kein beziehungsweise ein ungültiges Ticket vorzeigen, liegt bei sechs Prozent. 2013 hatte sie noch ein Rekordhoch von 8,5 Prozent erreicht.

BVG setzt mehr Kontrolleure ein

Ein Grund: Es sind mehr Kontrolleure im Einsatz. Ein neues Sicherheitsunternehmen, das vergangenes Jahr seine Arbeit aufnahm, stellt 80 Kräfte; auch die BVG stockte ihr Personal auf 40 Mitarbeiter auf. Weitere Einstellungen sollen folgen. Dazu werden vermehrt Schwerpunktkontrollen in den bei Schwarzfahrern besonders beliebten Linien durchgeführt. Dazu gehören die Linien U2 und U9 sowie die Straßenbahn-Linie M10. Auch in Bussen soll es mehr Kontrollen geben.

Rund 20 Millionen Euro Einnahmen gehen der BVG jährlich durch Schwarzfahrer verloren. Die BVG will genau beobachten, ob der neue Service im Radio die Zahl der Schwarzfahrer sowie Ticketverkäufe beeinflusst. „Ich bin gespannt, ob man das nach einem Jahr messen kann“, sagt Reetz.

Ganz neu ist das nicht: Über Apps oder soziale Medien kann man sich schon länger über Kontrollen informieren. Bis vor einem Jahr gab auch die Berliner Polizei regelmäßig Blitzerwarnungen heraus. Das hat sie inzwischen eingestellt. Es stellte sich heraus, dass es keine Auswirkungen auf die Zahl der Raser hatte.