VBB

Fahrpreise in Berlin und Brandenburg steigen erneut

Ab Januar 2015 sollen die Ticketpreise für Busse und Bahnen um etwa 2,8 Prozent anziehen. Das gab Susanne Henckel, Chefin des des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg, bekannt.

Fahrgäste des Berliner Nahverkehrs müssen sich ab dem kommendem Jahr voraussichtlich auf höhere Preise einstellen. Laut der Geschäftsführerin des Verkehrsbundes Berlin-Brandenburg (VBB), Susanne Henckel, sollen Tickets für Bus und Bahn zum 1. Januar 2015 teurer werden. Möglich sei eine Anhebung wie im August 2013: Damals hatte der VBB die Ticketpreise um durchschnittlich 2,8 Prozent erhöht. Ein Einzelfahrschein im Tarifgebiet AB kostet seitdem 2,60 Euro statt 2,40 Euro.

Wie in den Jahren zuvor wird der durchschnittliche Preisanstieg nicht gleichmäßig auf alle Preissegmente übertragen. Sprich: Ein Einzelfahrschein wird im Verhältnis wohl teurer als eine Zeitkarte. Der VBB-Aufsichtsrat will im Oktober endgültig über die Erhöhung entscheiden – und darüber, wie diese genau gestaltet werden soll. Wahrscheinlich ist eine Indexlösung, bei der die Fahrpreise direkt an die Lebenshaltungskosten gekoppelt werden. Dazu gehören Aspekte wie gestiegene Energiepreise, Personal- und Materialkosten. „Über die Gewichtung der einzelnen Aspekte muss noch beraten werden“, sagt Henckel.

Die SPD begrüßt die Preiserhöhung. „Das ist wegen der gestiegenen Kosten für Energie und Personal legitim“, sagt Ole Kreins. Der verkehrspolitische Sprecher fordert aber, dass die Preise für Schüler- und Sozialtickets überhaupt nicht, die für Zeitkarten weniger stark ansteigen als für Einzelfahrten. Zustimmung kommt auch von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), die vor allem die Indexlösung positiv bewerten. Die Fahrgäste könnten so genau nachvollziehen, warum die Tickets teurer würden, sagt eine Sprecherin. „Der Kunde darf nicht das Gefühl haben, dass die Preise willkürlich festgelegt werden.“

BVG möchte regelmäßige Erhöhungen

Die BVG spricht sich seit jeher für mäßige, aber regelmäßige Erhöhungen aus. Dass die nun angekündigte nicht wie in den letzten beiden Jahren im August, sondern erst im Januar erfolgt, hat politische Gründe. Im VBB-Aufsichtsrat hatten sich die Politiker aus Brandenburg wegen den Kommunalwahlen im Mai gegen eine Erhöhung ausgesprochen.

Kritik kommt vom Fahrgastverband Igeb. Der geplante Anstieg dürfe insgesamt nicht höher als die Inflationsrate sein. Diese lag seit der letzten Erhöhung aber nur bei 1,2 Prozent. Zudem würde bei der geplanten Steigerung von 2,8 Prozent ein Einzelfahrschein „bedrohlich nah an die ‚magische Grenze‘ von drei Euro kommen“, so Sprecher Jens Wieseke.

VBB steigert Ticketeinnahmen

Für den VBB aber sind die Ticketeinnahmen ein wichtiger Pfeiler in der Finanzplanung. Der Verbund finanziert sich zwar zu 54 Prozent aus öffentlichen Mitteln, das meisten davon sind Regionalisierungsmittel vom Bund. Doch obwohl der VBB dank gestiegener Fahrgastzahlen seine Ticketeinnahmen um knapp sechs Prozent auf 1,2 Milliarden Euro steigern konnte, fehlt es an Geld. Die Regionalisierungsmittel, die derzeit bei 400 Millionen Euro jährlich liegen, seien in den letzten Jahren um jeweils 1,5 Prozent gestiegen, so Henckel. Die Kosten aber um bis zu 4,5 Prozent.

Die Höhe der Mittel ab 2016 wird von der Bundesregierung demnächst neu verhandelt. „Mehr Fahrgäste brauchen mehr Angebot“, sagt Henckel. „In der wachsenden Metropole stoßen wir zunehmend auf verkehrliche Engpässe, die künftig nur mit Infrastrukturausbau und Angebotsverbesserungen gelöst werden können.“ Dazu seien ausreichende Bundesmittel unbedingt notwendig.