Gefängnisausbruch

Vier Häftlinge fliehen aus der JVA in Plötzensee

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Erneuter Ausbruch aus einem Berliner Gefängnis: Laut Morgenpost-Informationen sind vier Insassen der Justizvollzugsanstalt Plötzensee entkommen. Drei Häftlinge sind noch auf der Flucht.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost sind in der Nacht zu Mittwoch vier Insassen der Justizvollzugsanstalt Plötzensee am Friedrich-Olbricht-Damm in Charlottenburg entkommen. Sie nutzten dabei wie kürzlich beim Ausbruch aus der JVA Moabit Decken und Kleidungsstücke, um den Stacheldraht zu überwinden.

Am Mittwoch um 18 Uhr wurde festgestellt, dass eine Decke über einen Stacheldrahtzaun gelegt worden war. Justizvollzugsbeamte zählte die Insassen durch und bemerkten, dass vier Insassen des Justizvollzugs fehlen.

Einer der Vier stellte sich am Mittwochabend gegen 21 Uhr der Polizei, er war laut Morgenpost-Informationen stark alkoholisiert. Drei weitere sind auf der Flucht, bestätigte ein Berliner Polizeiführer.

Ausbrecher verbüßten Ersatzfreiheitsstrafen

Die vier Ausbrecher sind zwischen Ende 20 und Anfang 30 Jahre alt und haben die deutsche Staatsangehörigkeit. Alle Männer hatten nach Angaben einer Justizsprecherin Ersatzfreiheitsstrafen zu verbüßen, weil sie Geldbußen zwischen 700 und 2000 Euro zu bezahlen hatten und dies nicht taten. Zwei von ihnen sind arbeitslos, einer ohne festen Wohnsitz.

Die Polizei rätselt laut Morgenpost-Informationen, warum die Männer mit einer Decke über den Stacheldraht flüchteten, da sie im offenen Vollzug waren.

Erst Mitte Mai waren zwei Häftlinge aus der Justizvollzugsanstalt Moabit geflohen. Einer der beiden Flüchtigen war etwa zwei Wochen später in einem Charlottenburger Hotel gefasst worden. Sein Komplize, der 34-jährige Metin Michael Müslü – mutmaßlicher Mörder eines Berliner Clubbetreibers – ist noch immer auf der Flucht.

Die Gefangenen hatten die Gitterstäbe ihrer Zellen durchsägt und sich mit Bettlaken auf den Hof der Anstalt herabgelassen. Sie waren über bis zu vier Metern hohe und mit Stacheldraht gesicherte Mauern und Zäune geklettert und schließlich auf die Straße Alt-Moabit in die – wenn auch vorübergehende – Freiheit gesprungen