Restaurant-Service

Picknick ohne Packen – Hier bekommen Sie in Berlin einen Korb

Pfingsten lockt mit herrlichem Wetter. Berliner Restaurants und Feinkostläden bieten einen Packservice für das Picknick an. Ob Buletten, Vegi-Korb oder Thai-Picknick: Wir haben die Angebote getestet.

Zugegeben, selbst Stullen zu schmieren und Buletten zu braten, hat durchaus seinen Reiz. Vor allem, wenn vor dem geistigen Auge schon eine rot-weiß-karierte Picknickdecke liegt, ausgebreitet auf einer saftig-grünen Wiese, beschienen von warmen Sonnenstrahlen. Aber in Zeiten beinah krankhafter Spontaneität bringt kaum noch jemand Zeit und Lust auf, sich in Vorbereitung eines Sonntagsausfluges zwei Stunden an Herd und Küchentisch zu stellen.

Hat man das nötige Kleingeld parat, so übernehmen das heute andere. Einige Restaurants, Feinkost- oder Lebensmittelläden in Berlin bieten für die Ausflugssaison einen Picknickkorb-Packdienst an. „Hinfahren, abholen, losfahren“, beschreibt Vivian Wang das Konzept. Die Restaurantleiterin der Hafenküche in der Rummelsburger Bucht packt mit ihrem Küchenteam am Wochenende bei gutem Wetter schon mal 15 Körbe am Tag.

Seit etwa zwei Jahren bietet das in der City-Marina beheimatete Restaurant diesen Service an. Vor allem die Nähe zum Wasser und zur Bootsvermietung reizt hier die Kunden, denn die meist für zwei Personen gepackten Proviantpakete können mit auf das Boot genommen werden.

Angerichtet in Weckgläsern

Sie selbst hat auch schon auf einen Törn mit „Hedi“, einem der Motorboote, einen „Matrosenkorb“ mitgenommen. Dieser ist mit Buletten, Kartoffelsalat, Laugenstangen, Gewürzgurken und anderen Leckereien gefüllt. Etwas edler geht es im Kapitänskorb mit Kalbsschnitzel, hausgebeiztem Lachs und Fenchelsalat zu. Und wer kein Fleischfreund ist, kann sich an Falafel, Avocado und Tomate-Mozzarella im Vegi-Korb gütlich tun, der in den letzten Jahren zunehmend bestellt wird. Die Liebe zum Detail ist es, die einen Picknickkorb der Hafenküche so besonders machen. Hier bekommt man keine Assietten und Plastikbecher, alles wird liebevoll in kleinen Weckgläschen angerichtet, und wenn das Picknick auf dem Festland stattfinden soll, gibt es auch ein Tischtuch dazu.

Picknick auf Thai

Exotischer geht es im Kien-Du-Kiang-Thong zu, dem ältesten thailändischen Restaurant Berlins. 1973 eröffneten Trixiy Prabhawat und ihr Mann Dju das Lokal in der Charlottenburger Kaiser-Friedrich-Straße. „Damals gab es hier noch nicht einmal Kokosmilch“, erzählt die Besitzerin lachend. „Wir haben Kokosflocken aufgekocht und die Speisen mit der durchgeseihten Milch zubereitet.“ Bis heute wird im Kien-Du das Curry von Hand gehackt, gestößelt und gekocht. Die Idee mit den Picknickkörben war eigentlich als Dankeschön für die Stammgäste gedacht, die auch tagsüber und am Wochenende das Essen aus dem nur abends geöffneten Restaurant genießen wollten. Der Service wurde so gut angenommen, dass die Besitzer das Angebot erweiterten. Heute bietet der Korb einen Einstieg in die facettenreiche Küche des Kien-Du. Naturreis mit Hühnchenbrust oder Tofu, Glasnudelsalat und gedämpftes Gemüse sind nur ein Teil des reichhaltigen Korbes, der eine Stunde vor Abholung am Abend bestellt werden sollte. Plant man einen Ausflug, sollte der Korb schon am Vorabend geordert werden. Es ist auch möglich, die Gerichte ohne Geschirr und Bestecke abzuholen, so spart man das Pfand. Auch hier wird der Service besonders am Wochenende nachgefragt, an einem sonnigen Sonntag packen Trixij Prabhawat und ihr Mann bis zu zwölf Körbe.

Von Röstzwiebelhackbällchen bis Forellenfiletpaste

Kristin Keitel hingegen kann diese Erfahrung nicht teilen, bei ihr gehen Bestellungen eher unter der Woche ein. „Am Wochenende haben die Leute wohl mehr Zeit, den Proviant selbst zu packen“, vermutet die Besitzerin des Lebensmittelladen Lina Rothenberger in Schöneberg. Seit Dezember hat sie hier ihren Laden, der vorherige war weitaus kleiner, hatte aber einen Vorgarten. „So wurde die Idee des Picknickkorbes geboren“, erzählt Kirstin Keitel. Sie stellte bunt bemalte, gefüllte Körbe auf die Tische im Garten, bis Kunden fragten, ob sie die auch in den Park entführen dürften. Bei ihr sollte bereits drei Tage im Voraus bestellt werden, denn hier kommt nichts Abgepacktes in den Korb. Alles wird frisch zubereitet, von Röstzwiebelhackbällchen über Forellenfiletpaste bis hin zu Miniquiches. Obendrein gibt es hausgemachte Zitronenlimo. Zusätzlich zum Standardbestand wird bei Lina Rothenberger individuell bestellt, kein Korb gleicht dem anderen.

Auswählen ist auch beim Feinkostladen Proviant in der Friedrichshainer Wühlischstraße kein Problem. Äußert man keine Sonderwünsche, so packen Inhaber Boris von Swieykowski und sein Team einen möglichst breiten Querschnitt aus dem Angebot des Ladens. Hausgemachtes Pesto, frisch gebackenes Brot, Fenchelsalami, Rosmarinschinken, Trüffelkäse und auf jeden Fall Obst und Tomaten finden sich in dem prall gefüllten Korb, der mit Decke, Besteck, Geschirr und Gläsern abgeholt wird. Zwei Tage im Voraus sollte bestellt werden. Tipps für Picknickplätze gibt es gratis dazu. Der nahe gelegene Boxhagener Platz etwa wird von den Kunden gern aufgesucht.