Soziale Netzwerke

Berliner Polizei will mit Twitter-Marathon Nachwuchs werben

Ob Einbruch oder Vandalismus, Ruhestörung, Unfall oder Massenschlägerei - die Berliner Behörde twittert ab Freitag 24 Stunden über alle Einsätze. Damit soll Geschmack auf Polizeiarbeit geweckt werden.

Die Berliner umfassend über die alltägliche Arbeit ihrer Polizei zu informieren und junge Menschen für den Beruf des Ordnungshüters zu interessieren, das sind die Gründe für eine ungewöhnliche und bislang einzigartige Aktion am kommenden Freitag. Von 19 Uhr an können Interessierte über „@PolizeiBerlin_E“, dem Twitterkanal der Behörde, oder über den Hashtag „#24hPolizei“ 24 Stunden lang hautnah und praktisch in Echtzeit jeden Einsatz der Funkstreifen im gesamten Stadtgebiet verfolgen. Ob Einbruch oder Vandalismus, Ruhestörung, Unfall oder Massenschlägerei, was immer an Alarmierungen im Lagenzentrum eingeht und Einsätze auslöst, wird über Twitter veröffentlicht.

Die Aktion endet am Sonnabend um 19 Uhr. Bis dahin rechnet die Polizei mit mehr als 2500 Einsätzen. Und Interessierte erfahren nicht nur wann, wo und warum Funkwagenbesatzungen unterwegs sind, für jeden gemeldeten Einsatz gibt es zudem einen Abschlussbericht. So erfährt die Öffentlichkeit nicht nur von den Einsätzen, sondern auch deren Ergebnisse, wie etwa Festnahmen. Datenschutzbestimmungen und Sicherheitsregeln würden natürlich berücksichtigt, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Namen von Beteiligten und Betroffenen werden nicht veröffentlicht, ebenso wenig wie die genauen Einsatzorte. Ansammlungen von Schaulustigen sollen so vermieden werden.

Das soziale Netzwerk Twitter nutzt die Berliner Polizei bereits seit dem 20. März auf zwei Kanälen. Über den Account „@PolizeiBerlin“ sendet die Behörde tagtäglich Meldungen aller Art. Der zweite Account „@PolizeiBerlin_E“ wird bei besonderen Anlässen wie Großeinsätzen oder Demonstrationen aktiviert. Auch die 24-stündige Dauerinformation über alle Einsätze am Freitag und Sonnabend wird über den zweiten Account erfolgen.

Deutsche Polizeigewerkschaft lobt die geplante Aktion

Primär geht es der Behörde um Nachwuchswerbung. Gesucht werden aktuell 420 neue Kolleginnen und Kollegen, die im Frühjahr 2015 ihre Ausbildung beginnen sollen. „Wir wollen so Interessenten über unsere anspruchsvolle und abwechslungsreiche Arbeit informieren“, sagte Polizeipräsident Klaus Kandt. Dazu wurde das „Twitter-Team“ der Behörde auf neun Mitarbeiter aufgestockt.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) lobt die geplante Aktion. „Wir begrüßen das ausdrücklich, weil so die tägliche Arbeitslast transparent gemacht wird“, sagte der Landesvorsitzende Bodo Pfalzgraf. „Berlin ist Demonstrationshauptstadt in Europa. Hinzu kommen die vielfältigen Sonder- und Schwerpunkteinsätze auch im Rahmen der Hauptstadtfunktion. Und gleichzeitig hat Berlin die am schlechtesten bezahlte Polizei in Deutschland.“