Unterkunft

Caritas nimmt Oranienplatz-Flüchtlinge zwei Wochen länger auf

Seit Monaten - noch vor der friedlichen Räumung des Camps - leben Flüchtlinge vom Oranienplatz in einem Heim der Caritas. Jetzt läuft die Frist für ihre Unterbringung aus, doch die Caritas verlängert.

Foto: Amin Akhtar

Die Berliner Caritas gewährt einer Gruppe von 80 ehemals auf dem Oranienplatz campierenden Flüchtlingen zwei Wochen länger Obdach als geplant. Ihre Unterbringung war bis Ende Mai befristet. Die Senatsverwaltung für Soziales bot ihnen nun eine Unterkunft in zwei Gebäuden an, die Gruppe will aber nicht getrennt werden. „Sie haben gedroht, das Haus zu besetzen“, sagte Caritas-Sprecherin Barbara Schwemmer am Freitag.

Die Flüchtlinge hatten monatelang in Zelten auf dem Oranienplatz geschlafen, bevor die Caritas sie im November im Rahmen der Kältehilfe vorübergehend aufnahm. Der katholische Verband verlängerte ihre Unterbringung nun schon zum zweiten Mal. Die Flüchtlinge dürfen jetzt bis Mitte Juni in dem ehemaligen Seniorenheim im Stadtteil Wedding bleiben. Eine Sprecherin der Sozialverwaltung sagte, es werde aber an einer früheren Lösung gearbeitet.

Ehemaliges Seniorenheim soll umgebaut werden

Langfristig will die Caritas das Gebäude in eine Unterkunft für Flüchtlingsfamilien umbauen. „Dafür muss es aber umfassend saniert und instand gesetzt werden“, sagte Schwemmer. Für die jetzt dort untergebrachten Flüchtlinge müsse deswegen eine neue Unterkunft her: „Wir sehen den Senat und auch die Flüchtlinge in der Verantwortung, eine Lösung zu finden.“

Unklar war zunächst auch, wie es mit Flüchtlingen in einer ehemaligen Schule in Kreuzberg weitergehen sollte. Dort leben mehr als 200 Menschen. „Der Ball liegt da beim Bezirk“, sagte die Sprecherin der Sozialverwaltung. Der Senat hatte in den vergangenen Tagen mehrmals betont, er sei nicht zuständig, weil sich die Flüchtlinge nicht hätten registrieren lassen. Das Bezirksamt wies das zurück.