Kommentar

Berliner Schüler haben später im Berufsleben das Nachsehen

Viele Schulen in Berlin müssen ohne Führungskräfte auskommen. Das wäre in anderen Branchen undenkbar, kritisiert Gilbert Schomaker. Für die Schulen müsse deshalb zügig neues Personal gefunden werden.

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Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in einem mittelständischen Unternehmen. Beispielsweise einem Dachdeckerbetrieb mit 30 Angestellten. Da geht der Chef in Rente. Und es kommt kein neuer.

Ein Jahr lang oder länger gibt es niemanden, der die Firma leitet, Aufträge reinholt, sich kümmert. Der Dachdeckerbetrieb würde Gefahr laufen, im Wettbewerb mit der Konkurrenz pleitezugehen.

An Berlins Schulen passiert nichts anderes. Da gibt es Dutzende Direktorenposten, die nicht besetzt sind, weil der Genehmigungsweg durch die Gremien zu lange dauert.

Da fehlt es am Management-Unterbau, weil Konrektorenposten sowie Stellen für Fach- und Fachbereichsleiter zu Hunderten nicht besetzt werden können. Wenn solche Leitungspositionen vakant sind, hapert es an allen Ecken und Enden im laufenden Schulbetrieb. Zwischen den einzelnen Gremien, der Schulverwaltung und den Lehrer- und Gewerkschaftsvertretern läuft das beliebte Schwarzer-Peter-Spiel.

Was müsste getan werden? Der Grünen-Politiker Mutlu hat recht, wenn er eine strikte Zeitvorgabe von acht Wochen für die Neubesetzung von Leitungspositionen fordert. Es müssen klare Vorgaben her, auf die sich notfalls auch Eltern berufen können, statt immer wieder von den Behörden vertröstet zu werden. Schulen können nicht pleitegehen. Aber im Wettbewerb um Studienplätze und gute Startchancen im Berufsleben haben so viele Berliner Schüler das Nachsehen.