Parkraumbewirtschaftung

In Prenzlauer Berg gibt es neue Parkzonen - aber kaum Automaten

In Prenzlauer Berg gibt es zwei neue Parkzonen. Doch Automaten zum Ticketlösen gibt es noch zu wenige. Wegen des andauernden Frostes konnten bisher nur 60 von 380 aufgestellt werden.

Foto: Sergej Glanze / Glanze

Ein dunkelblauer Kasten. Ein blanker Metallpfahl daneben, ohne Schild oder Tafel. Ein Haufen loser Pflastersteine drumherum und ein Berg mit Sand: So sehen die neuen Parkscheinautomaten in Prenzlauer Berg aus. Ihre Bestimmung ist ihnen von Weitem nicht anzusehen. „Sind die überhaupt schon in Betrieb?“, fragte Anwohner Dietmar Fürst. Er war am Dienstagvormittag mit seiner Frau auf den Straßen im Bötzowviertel unterwegs. „Keine Fundamente. Alles noch Baustelle. Die haben nicht mit dem Frost gerechnet“, schlussfolgerte der 70-Jährige. „Es fehlt auch die Beschriftung, die Kennzeichnung der Parkzone“, kritisierte Brigitta Fürst. „Die hätte man anbringen können, auch wenn Schnee liegt.“ Am Automaten an der Bötzowstraße, den das Paar aufmerksam inspizierte, fehlten außerdem noch die Angaben zu den Gebühren. Eingeschaltet war er jedoch schon.

Viele ziehen einfach gar kein Ticket

Kein Wunder, dass zum Start der neuen Parkzonen am 2. April bei nur wenigen Fahrzeugen ein Parkschein hinter der Windschutzscheibe zu sehen war. Die stahlblauen Automaten sind noch eine seltene Erscheinung. Bislang wurden, der Witterung wegen, lediglich 60 von 380 installiert. Die meisten dieser 60 stehen im Bötzowviertel. Doch auch dort sind noch nicht alle Straßen bestückt. In der Käthe-Niederkirchner-Straße kann man noch keinen Parkschein ziehen, ebenso wenig an der Esmarchstraße. Aber die Kontrolleure waren bereits unterwegs. An einem Auto hinterließen sie am Dienstagvormittag gleich zwei Strafzettel – weil der Fahrer zu dicht an der Kreuzung geparkt hat.

Kulanz nur am Anfang

In den neuen Parkzonen 44 und 45 in Prenzlauer Berg sollen Autofahrer pro Stunde von Montag bis Sonnabend, 9-24 Uhr, einen Euro zahlen, wenn sie ihr Fahrzeug im Bötzowviertel, in der Grünen Stadt, am Humannplatz, am Arnimplatz und im Umfeld der Ibsenstraße stehen lassen. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes verteilen Knöllchen, wo Fahrzeuge falsch geparkt sind. Wenn kein Parkschein oder keine Vignette hinter der Windschutzscheibe zu sehen ist, in der Straße aber schon Parkscheinautomaten stehen, dann gibt es in dieser Woche ein Infoknöllchen. „Aus Kulanz, damit es auch noch der Letzte mitbekommt“, sagte der Stadtrat für Bürgerservice, Torsten Kühne (CDU).

Ab Montag gebe es „richtige Knöllchen“ – aber nur in den Straßen, in denen Automaten stehen. „Dann hoffen wir auf den Wettergott.“ Man sei startklar und könne pro Woche 100 Geräte aufstellen. „Aber dazu darf die oberste Bodenschicht nicht gefroren sein. Und im Augenblick ist das noch der Fall. Auch die ausgehobene Erde ist gefroren.“ Mehr als 8000 Anwohnervignetten seien bereits ausgestellt und damit rund 80 Prozent der Anträge bearbeitet. Die Gewerbetreibenden hätten bislang rund 1000 Anträge auf eine Plakette gestellt – etwa das Doppelte werde erwartet. 63 neue Kontrolleure hat das Bezirksamt ausbilden lassen. Sie seien immer paarweise mit erfahren Kollegen im Einsatz, sagte Kühne.

Eine Viertelstunde Parkplatzsuche

Die Anwohner hoffen auf eine Verbesserung ihrer Situation. „Alle Welt hat bisher im Bötzowviertel geparkt“, sagte Elke Blutke. Sie habe oft eine Viertelstunde umherfahren müssen, um einen Stellplatz zu finden. „Nun wird sich zeigen, ob sich etwas ändert.“ Sie habe den Antrag für die Anwohnervignette vom Amt geschickt bekommen. „Das hat wunderbar geklappt.“ Dennoch meint die 70-Jährige, die Parkgebühr sei nur dazu da, die Bezirkskasse zu füllen. „Eigentlich wünschenswert ist das Ganze nicht.“ Anwohner Dietmar Fürst befürwortet die neuen Parkzonen. „Wenn es funktioniert, und wenn kontrolliert wird, ist das in Ordnung.“