Spreeufer

Neue Kaufinteressenten für Berlins Club-Grundstücken

Für die Areale an der Holzmarktstraße und der Stralauer Allee gibt es neue Bewerber. Grüne wollen den Club Yaam erhalten.

Foto: Jens Kalaene / picture-alliance/ ZB

In diesen Tagen entscheidet sich die Zukunft von zwei Grundstücken am Friedrichshainer Spreeufer. Das Bieterverfahren für die Fläche der Berliner Stadtreinigung (BSR) an der Holzmarktstraße 19-30, auf der die Bar 25 stand, endet. Bis Mittwoch können die Bewerber ihre Gebote noch einmal nachbessern. Ende September soll dazu ein Kaufvertrag ausgearbeitet sein.

Auch für die Fläche am Stralauer Platz 35 soll es neue Kaufinteressenten geben. Der Eigentümer, eine spanische Investmentgruppe, will die Brache veräußern. Seit acht Jahren ist dort der Club Yaam ansässig. Am Montagabend hatte die Grünen-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg zu einer öffentlichen Sitzung ins Yaam eingeladen. Sie will den Verkauf verhindern und den Club auf dem Gelände erhalten.

Ebenfalls am Montagabend haben Bewerber für das BSR-Grundstück an der Holzmarktstraße zu einem öffentlichen Gespräch eingeladen. Die einstigen Macher der Bar 25, die jetzt den Club Kater Holzig am Kreuzberger Spreeufer betreiben, haben ihre Pläne für die Fläche vorgestellt. Die Holzmarkt plus eG will im Nordteil der Fläche zusammen mit Partnern ein IT-Gründerzentrum und studentisches Wohnen planen. Im Südteil will die Gesellschaft ein Künstlerdorf mit Werkstätten, Ateliers und Läden anlegen. Ein Restaurant und ein kleines Hotel sollen gebaut, eine große Grünfläche angelegt werden.

In jedem Fall kleinteilig bebauen

Ihr Konkurrent um die Südfläche ist Abris Lelbach, Geschäftsführer des Elektroanlagenbauers Elpro GmbH und Pflegeunternehmer. Er will drei neungeschossige Bauten und ein Hochhaus errichten. Wohnungen sollen entstehen, außerdem ein Zentrum für Demenzkranke und eine Kita. Die Fraktionen im Abgeordnetenhaus sehen Lelbachs Bewerbung für das BSR-Grundstück kritisch, weil er auch Mitglied im Aufsichtsrat der Berliner Stadtreinigung ist. Ihm wurde in der vergangenen Woche eine Interessenkollision vorgeworfen. Die SPD-Fraktion hatte bereits gefordert, dass die Fläche direkt an die Betreiber des Kater Holzig und ihre Holzmarkt plus eG vergeben werden sollte. Doch Elpro-Chef Lelbach setzt darauf, dass das Grundstück an den Höchstbietenden vergeben wird. So, wie im Bieterverfahren vorgesehen. Eine politisch gewollte Entscheidung müsse genau begründet werden, fordert der Unternehmer.

Bezirksamt und Bezirksverordneten von Friedrichshain-Kreuzberg hatten im Sommer entschieden, dass der Bebauungsplan für das BSR-Grundstück geändert werden soll – zugunsten einer kleinteiligen Bebauung. Dem Käufer soll künftig nicht mehr erlaubt sein, ein Hochhaus zu errichten. Außerdem wird das Ausmaß der Fläche, die bebaut werden darf, gegenüber den früheren Vorgaben eingeschränkt. Mitte Oktober wird der Aufsichtsrat der BSR tagen. Er könnte über die Vergabe des Grundstücks entscheiden.