Pankow

Volkssolidarität will besetzten Seniorentreff übernehmen

Der freie Träger will das Haus in der Stillen Straße als Begegnungsstätte erhalten. Doch noch gibt es Differenzen.

Foto: Maja Hitij / dapd

Die Suche des Bezirksamtes Pankow nach einem freien Träger für den besetzten Seniorentreff Stille Straße hat wenig Resonanz gefunden. Innerhalb der Frist von knapp drei Wochen hat lediglich die Berliner Volkssolidarität ihr Interesse für die Begegnungsstätte in Niederschönhausen bekundet. Mit ihrem Angebot hat sich der Finanzausschuss der Bezirksverordneten-Versammlung am Donnerstag in einer öffentlichen Sitzung beschäftigt. Eine Entscheidung fiel nicht.

Erst Ende August hatte Pankows Soziaqlstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) das Schreiben an Caritas, Diakonisches Werk, die Arbeiterwohlfahrt und den Paritätischen Wohlfahrtsverband verschickt. Darin wurden die Interessenten aufgefordert, bis Mitte September ihre Konzepte zur Nutzung und Finanzierung des Seniorentreffs einzureichen.

Die Volkssolidarität will das Haus als Begegnungsstätte für Rentner erhalten und mit generationsübergreifenden Projekten ergänzen. Doch der enge Zeitrahmen für die Interessenten sei eine Zumutung, kritisierte Landeschefin Heidi Knake-Werner, ehemalige Sozialsenatorin von Berlin. Für die Finanzplanung seien mehr Informationen zur Liegenschaft erforderlich. Weil die Behörde den Sanierungsaufwand auf rund 2,3 Millionen Euro schätzt, schlägt Knake-Werner vor, dass die Immobilie kostenfrei oder zu einem symbolischen Preis an den künftigen Träger übergehen soll. Außerdem soll Pankow weiterhin die Betriebskosten für den Seniorentreff zahlen.

Doch das lehnen Grüne und SPD in der BVV ab. Der Träger soll das Haus für etwa 74.000 Euro kaufen, die Sanierung finanzieren und für die laufenden Betriebskosten aufkommen. Für das Grundstück soll ein Erbbaupachtvertrag abgeschlossen werden.

Am 18. Oktober will der Ausschuss erneut über den Seniorentreff beraten. Bis dahin soll es Gespräche zwischen Bezirksamt und Volkssolidarität geben. Die Senioren wollen den Treff, der nicht mehr beheizt wird, weiter besetzt halten. Er sollte zum 1. Juli geschlossen werden. Das Bezirksamt und die BVV wollen die Kosten für die Immobilie sparen.

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