Sanierung

Humboldthafen wird über zwei Millionen Euro mehr kosten

Bombenfunde machen eine neue Konstruktion notwendig, um das Natursteinmauerwerk herzurichten. Die Uferwände sollen Ende 2013 fertig sein.

Foto: DAPD

Die Sanierung des Humboldthafens in Mitte wird deutlich teurer als erwartet. Die neuen Spundwände am nördlichen Ufer werden statt der zunächst veranschlagten 7,9 Millionen Euro nun voraussichtlich 10,2 Millionen Euro kosten.

Während andere Baumaßnahmen im Regierungsviertel zu zwei Drittel vom Bund finanziert werden, muss das Land Berlin diese Summe komplett selber tragen, wie die Stadtentwicklungsverwaltung am Mittwoch im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses mitteilte. Im Gegenzug fallen aber auch die Erlöse aus Grundstücksverkäufen in dieser absehbar sehr begehrten Lage dem Landeshaushalt zu.

Die Sanierung der maroden Uferwände ist nach Darstellung der Senatsplaner unumgänglich, um die Grundstücke rund um das Hafenbecken entwickeln zu können.

In direkter Nachbarschaft zum Hauptbahnhof soll ein neues Stadtquartier entstehen, das vor allem für Tourismus und Kultur genutzt werden soll. So soll an der Westseite des Hafenbeckens ein zentraler Haltepunkt für Ausflugsschiffe mit direkter Anbindung zum Hauptbahnhof entstehen. Gegenüber an der Ostseite sollen künftig Sportboote mitten in der Stadt an Stegen anlegen. An der Nordseite, in Richtung des Museums Hamburger Bahnhof, ist eine breite Uferpromenade geplant.

Die Kostensteigerung für die Ufer-Sanierung begründet Stadtentwicklungsstaatssekretär Christian Gaebler in seinem Schreiben an die Abgeordneten mit gestiegenen Preisen für Stahl, neuen Auflagen des Wasser- und Schifffahrtsamtes, neuen Erkenntnissen über den unsicheren Baugrund sowie höheren Aufwendungen, um das Natursteinmauerwerk neu herzurichten.

100.000 Euro allein für Natursteine

Außerdem musste mehr Erdreich ausgebaggert und abtransportiert werden als kalkuliert, weil die Arbeiter beim Graben auf kontaminierten Untergrund gestoßen waren. In der Erde lagen 80 Bomben und Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg, darunter eine Phosphorbombe, und allerlei Unrat. Die Kampfmittel aufzuspüren und zu entsorgen hat fast 200.000 Euro gekostet.

Weil nun Hohlräume entstanden waren, wo die Planer festen Untergrund vermutet hatten, musste die gesamte Baugrube erheblich stärker als vorgesehen gesichert und mit einem Sohlanker verstärkt werden. Allein dieser zusätzliche Aufwand schlug mit gut der Hälfte der zusätzlichen Kosten, nämlich mit 1,2 Millionen Euro, zu Buche. Fast 100.000 Euro kamen hinzu, weil die Natursteine eben nicht so gut erhalten waren wie erwartet und 500 Quadratmeter neue Steine anstatt 300 eingebaut werden mussten.

Das zusätzliche Geld kommt zu 90 Prozent von der Wirtschaftssenatorin, die das Vorhaben aus dem Wirtschaftsfördertopf bezahlen will. Die Stadtentwicklungsverwaltung leistet ihren Beitrag, indem sie Geld für den Neubau der Pumpstation am Dianasee in Grunewald abzweigt. Der Baubeginn dort verzögert sich. Die Uferwände am Humboldthafen sollen Ende 2013 fertig sein.