Umfrage

In Berlin sitzt Deutschlands schlechteste Verwaltung

In einer Umfrage stellen die Hauptstädter den Ämtern schlechte Noten aus. Am besten schneidet Düsseldorf ab.

Foto: Glanze

Die Berliner Verwaltung ist aus Sicht der Bürger die schlechteste in ganz Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Wirtschaftsmagazins „Focus Money“. Befragt wurden dafür in den 15 größten Städten insgesamt 2800 Bürger, die für ihre Heimatstadt in sechs Kategorien Bewertungen nach dem Schulnotensystem abgeben sollten.

Die befragten Berliner bewerteten einzig die Kategorie „Grundversorgung“ mit „ausreichend“. Alle anderen Kategorien schnitten mit „ungenügend“ ab. Bewertet werden sollten unter anderem der Service, das Leistungsangebot oder der Bürgerdialog. Mit ähnlich schlechten Beurteilungen fanden sich Hamburg und Köln auf den Plätzen 13 und 14 knapp vor der Hauptstadt wieder.

Hannover ist bei Singles beliebt

Düsseldorf schnitt am besten ab: In allen sechs Bereichen erhielt die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt die Note „sehr gut“. Dahinter landete Hannover auf Platz zwei, Nürnberg kam auf den dritten Platz.

Hannover schnitt besonders gut in der Bewertung von Singles ab, während die Verwaltung im fränkischen Nürnberg vor allem Senioren überzeugen konnte. Danach folgen München, Frankfurt am Main, Duisburg, Dresden, Essen, Bremen, Dortmund, Stuttgart und Leipzig.

Unkomplizierter Online-Auftritt

In Düsseldorf wurde das Verwaltungsranking am Dienstag begrüßt. „Für die 10.000 Mitarbeiter der Stadt ist dieses Ranking natürlich ein Lob, wir freuen uns sehr“, sagte Natalia Fedossenko, Kommunikationschefin der Stadt. Natürlich sei es auch in Düsseldorf mit seiner großen Verwaltung schwierig, allen Bürgeranliegen zu entsprechen. „Wir versuchen allerdings zu jeder Zeit, einen guten Service in den Ämtern sicherzustellen und wir sind für unsere Bürger in allen Lebenslagen erreichbar.“ Auch der unkomplizierte und umfangreiche Online-Auftritt der Stadt vereinfache den Bürgern die Informationsbeschaffung und trage damit zu der positiven Grundstimmung gegenüber der Stadt bei.

Wilmersdorfer Elterngeldstelle schließt

Das schlechte Abschneiden der Berliner Verwaltung kann derzeit nicht verwundern. Gerade die Bürgerämter machten zuletzt eher Negativ-Schlagzeilen. Vor allem in den Sommermonaten wird der Personalmangel in den Bezirken mehr als deutlich. Einige Bürgerämter haben derzeit geschlossen oder ihre Öffnungszeiten eingeschränkt, in manchen Ämtern müssen die Berliner mehrere Wochen auf einen Termin warten. Zuletzt gab es auch Probleme bei der Elterngeldstelle im Rathaus Wilmersdorf, die vorübergehend schließen muss.