Deutsche Bahn

Regionalbahnhof Köpenick lässt lange auf sich warten

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Erst 2019 soll der Berliner Bahnhof, in den nach Schätzungen fünf Millionen Euro investiert werden, fertig sein.

Der neue Regionalbahnhof in Köpenick kann frühestens ab 2017 gebaut werden. Geplant sei, dass er 2019 in Betrieb geht, teilte Staatssekretär Christian Gaebler von der Stadtentwicklungsverwaltung auf Anfrage des Grünen-Abgeordneten Stefan Gelbhaar mit.

Reisende im Berliner Südosten steigen bisher am Regionalbahnsteig in Karlshorst um. Er soll nach Auskunft von Staatssekretär Gaebler aber schon 2016 still gelegt werden, wenn der Regionalbahnhof Ostkreuz in Betrieb geht. „Das ist mehr als ärgerlich“, sagt Jens Wieseke, Sprecher des Berliner Fahrgastverbandes Igeb. „Der Halt in Karlshorst sollte erst aufgegeben werden, wenn sowohl Ostkreuz als auch Köpenick fertig sind.“ Fahrgäste müssten nun drei Jahre lang enorme Umwege in Kauf nehmen und entweder bis Ostkreuz fahren oder schon in Erkner in die S-Bahn umsteigen. „Aber das ist teurer, denn in Erkner gilt bereits die Tarifzone C.“

Dagegen sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn, dass der Regionalbahnhof Köpenick auf Wunsch des Senats gebaut werde. „Verkehrstechnisch wäre er nicht unbedingt nötig“. Der Ersatz für den Halt der Regionalzüge in Karlshorst entstehe am Ostkreuz. „Köpenick ist eine zusätzliche Option“, so der Sprecher.

Kosten von fünf Millionen Euro

Die Kosten für den neuen Regionalbahnhof Köpenick werden nach derzeitiger Planung auf etwa fünf Millionen Euro geschätzt. Berlin sei bereit, das Projekt selbst zu bezahlen, sagte Staatssekretär Gaebler. Denn das Bundesverkehrsministerium hatte 2009 seine Finanzierungszusage zurückgenommen. Derzeit gebe es auch von der Deutschen Bahn keine Bereitschaft, sich an den Kosten zu beteiligen. Zwischen der DB AG und dem Land soll eine Vereinbarung zur Finanzierung und Realisierung des Vorhabens abgeschlossen werden. Der Entwurf dafür liegt vor. Die Vereinbarung könne unterzeichnet werden, wenn das Haushaltsgesetz 2012/2013 in Kraft ist, sagte Gaebler.

Der Regionalbahnsteig in Köpenick wird etwa 210 Meter lang sein. Der Bahndamm werde nach Süden hin verbreitert, sagte der Bahn-Sprecher. Geplant sei ein zweiter Zugang zum Bahnhof und die Erneuerung der Brücken über der Bahnhofstraße. Die Kosten waren im Jahr 2011 noch mit 3,3 Millionen Euro angegeben worden. Änderungen in der Planung und im Baurecht hätten zur Verteuerung geführt, so der Sprecher. Ursprünglich sollte der Regionalbahnhof Köpenick schon 2014 fertig sein. Der Fahrgastverband Igeb kritisiert, dass sich das Projekt immer weiter verzögert. „Es ist nicht klar, warum das so lange dauert“, sagte Sprecher Jens Wieseke.