Berliner Schulen

Bildungssenatorin stellt in diesem Jahr 1172 Lehrer ein

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Regina Köhler

Senatorin Sandra Scheeres hat sich dafür eingesetzt, dass Berliner Gymnasien überzählige Lehrkräfte aus dem Doppeljahrgang behalten dürfen.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat durchgesetzt, dass die 307 Lehrerstellen, die mit Ablauf des Schuljahres an den Gymnasien abgebaut werden müssten, weil der Doppeljahrgang die Schulen verlässt, als Überhang an den Gymnasien bleiben können.

Beate Stoffers, Sprecherin der Bildungssenatorin, sagte, dass mit dieser Entscheidung ein Umsetzungskarussell habe verhindert werden können. Hintergrund ist die Tatsache, dass bereits im Frühjahr 2013 wegen der Pensionierungswelle wieder Lehrer an den Gymnasien gebraucht werden. „Die Gymnasien bekommen dadurch deutlich mehr Planungssicherheit“, so Stoffers weiter.

Voraussetzung dafür, dass die Gymnasien den Lehrkräfteüberhang behalten können, ist allerdings, dass sie die Lehrkräfte mit Geld aus ihrem Personalkostenbudget – jede Schule hat so eine Budget, um Vertretungskräfte einkaufen zu können – mitfinanzieren. „Das genaue Verfahren hierzu wird derzeit erarbeitet und den Schulen demnächst vorgestellt“, sagte Sprecherin Stoffers.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres geht davon aus, dass ein mittelgroßes Gymnasium zum Schuljahresbeginn einen Lehrkräfteüberhang von durchschnittlich drei vollen Stellen haben wird. Dieser Überhang werde sich zwar noch reduzieren, etwa durch Pensionierungen oder Versetzungen in andere Bundesländer, werde dann aber pro Schule durchschnittlich eine volle Stelle betragen, heißt es. Damit käme es auf jeden Fall zu einer verbesserten Lehrkräfteausstattung der Schulen. Insgesamt will Bildungssenatorin Scheeres in diesem Jahr 1172 Lehrer neu einstellen, wobei 350 davon bereits im laufenden Halbjahr an die Schulen gekommen sind. Laut Stoffers sei es der Senatorin damit erstmals gelungen, über die berechneten Einstellungen für den 100-Prozent-Bedarf hinaus einzustellen. Gebraucht werden würden nach den Berechnungen der Verwaltung im kommenden Schuljahr lediglich 865 neue Lehrkräfte.

Bessere Bezahlung gefordert

Sigrid Baumgardt, Chefin der Lehrergewerkschaft GEW, warnte indes davor, dass in diesem Jahr zwar die meisten Stellen noch besetzt werden können, der Lehrkräftebedarf aufgrund steigender Schülerzahlen und einer großen Pensionierungswelle dann aber wieder rapide zunehmen wird. An bestimmten Sekundarschulen werde es aber auch im kommenden Schuljahr zu Mangelsituationen kommen, weil Lehrer dort nicht hin wollen, so Baumgardt.

Laut GEW werden dann im Schuljahr 2014/15 etwa 1400 Lehrer benötigt werden. „So viele werden in Berlin aber nicht ausgebildet“, sagte Baumgardt. Sie forderte die politisch Verantwortlichen auf, gute Arbeitsbedingungen für Lehrer an den Berliner Schulen zu schaffen, damit Pädagogen aus anderen Bundesländern in die Hauptstadt kämen. „Die Gewerkschaft setzt sich deshalb dafür ein, dass angestellte Lehrkräfte deutlich besser bezahlt werden“, sagte Baumgardt.