Bundesrechnungshof

A100 droht teurer zu werden als geplant

Mit veranschlagten 420 Millionen ist die A100-Verlängerung bereits der teuerste Autobahn-Abschnitt Deutschlands. Nun steigen die Kosten.

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Der geplante Weiterbau der Autobahn 100 droht noch teurer zu werden als bisher angenommen. Die geplanten 3,2 Kilometer neuer Autobahn von Neukölln bis zum Treptower Park würden am Ende mehr als eine halbe Milliarde Euro kosten, sagt der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Harald Moritz.

Moritz bezieht sich bei seiner Aussage auf einen neuen Prüfbericht des Bundesrechnungshofes, der dem Haushaltsausschuss des Bundestages übermittelt worden ist. Darin kommt der Rechnungshof zu dem Ergebnis, der Autobahnbau werde mindestens 475 Millionen Euro kosten, statt wie bisher veranschlagt 420 Millionen Euro. Schon die bisher angenommenen Kosten machen die drei Kilometer lange Strecke zur teuersten Autobahn Deutschlands.

Als Grund nennt der Bundesrechnungshof laut dem Grünen-Politiker die seit der letzten Schätzung der Baukosten 2007 gestiegenen Grunderwerbs- und Baukosten. „Rechnet man die Kosten für die Planung hinzu, kann man gut und gern sagen, die A100 wird mehr als 500 Millionen Euro kosten“, sagt Moritz. Und bis zum bisher geplanten Ende der Bauarbeiten am 16. Abschnitt der Stadtautobahn im Jahr 2020 würden die Kosten noch weiter steigen. „Man sollte jetzt ernsthaft überlegen, was diese drei Kilometer Autobahn Wert sind, und sollte das ganze Projekt überdenken“, fordert der Verkehrspolitiker aus dem Wahlkreis Treptow-Köpenick. „Das Geld ist besser in die Instandhaltung als in den Neubau investiert.“

Bisher allerdings ist die Summe noch gar nicht investiert worden. Das Bundesverkehrsministerium sieht zwar den Bedarf für den Weiterbau der A100 – Geld ist im Bundeshaushalt dafür allerdings noch keines fest eingeplant. Für den Beginn der Bauarbeiten steht bisher noch nicht einmal ein Termin fest. Denn neben der noch offenen Finanzierung schweben über dem Vorhaben noch Klagen etwa des BUND, die noch vom Bundesverwaltungsgericht entschieden werden müssen.