Neuer Standort

Geheimgespräche über Guggenheim-Lab

Nach dem Scheitern in Berlin-Kreuzberg prüft der Senat andere Standorte für das Guggenheim-Lab. Die Zeit drängt.

Foto: courtesy Atelier Bow-Wow

Berliner Senat und Organisatoren des BMW Guggenheim Lab suchen weiter nach einem geeigneten Standort für die Denkfabrik. „Es gibt vertrauliche Gespräche zur Umsetzung“, sagte Senatssprecher Richard Meng nach der Senatssitzung am Dienstag. Zu einem möglichen Standort in Prenzlauer Berg, dem Pfefferberg, wollte sich Meng nicht äußern. „Es ist noch keine Entscheidung über den endgültigen Standort gefallen“, so der Senatssprecher. Er kündigte ein „zeitnahes Ergebnis“ an. Der neue Berliner Standort für das BMW Guggenheim Lab werde wahrscheinlich erst Anfang kommender Woche offiziell bekannt gegeben, sagte BMW-Kulturchef Thomas Girst. Es gebe weiterhin viele Vorschläge der Berliner, die helfen wollten.

Die Zeit drängt. Ende Mai ist die Eröffnung der Denkfabrik vorgesehen. Im Juli soll das Projekt, das zuvor Station in New York gemacht hatte, nach Mumbai weiterziehen. Vor gut einer Woche hatte das Solomon R. Guggenheim Museum in New York mitgeteilt, dass aufgrund von Drohungen aus der linken Szene das BMW Guggenheim Lab nicht am geplanten Standort in der Kreuzberger Cuvrystraße aufgebaut wird. An diesem Mittwoch berät der Innenausschuss des Abgeordnetenhauses das Thema.

Meng warnte nach neuerlichen Drohungen vor einer anhaltenden Standortdebatte. „Wir freuen uns auf das Projekt.“ Die Aussagen Einzelner sollten nicht überbewertet werden. Einer der Hauptgegner des Projektes in Kreuzberg hatte in einer Mail „spontane, kreative und wütende“ Proteste angekündigt, um die Denkfabrik endgültig zu verhindern. Der Senatssprecher verwies darauf, dass der aggressive Protest „inhaltlich daneben“ sei. Das BWM Guggenheim Lab will mit Diskussionsrunden die Probleme der Weltmetropolen erörtern. So ist für Berlin auch das Thema Verdrängung eingesessener Bevölkerung durch steigende Mieten („Gentrifizierung“) geplant. Genau gegen eine solche Verdrängung protestieren die linke Szene und Mieterverbände.