Neue Zentrale in Berlin

ThyssenKrupp will am Schloßplatz arbeiten

Das Hamburger Büro Schweger & Partner wird für den Essener Konzern einen quadratischen Viergeschosser am prestigeträchtigen Schloßplatz in Berlin-Mitte bauen. Wie das Ganze aussehen soll, ist noch ein Geheimnis.

Der Architekturwettbewerb für die ThyssenKrupp-Zentrale in Berlin ist entschieden. Der Entwurf des Büros Schweger & Partner aus Hamburg für den Neubau der Zentrale zwischen dem ehemaligen Staatsratsgebäude und dem künftigem Humboldt-Forum hat den ersten Preis gewonnen. Das Preisgericht habe dies nach ganztägiger Sitzung in Berlin einstimmig entschieden, gab der Essener Industriekonzern am Dienstag bekannt.

Wie das Gebäude konkret aussehen soll, wollte man am Stammsitz des Unternehmens jedoch nicht mitteilen. „Wir werden alle vom Preisgericht prämierten Arbeiten im Januar in einer Ausstellung in Berlin öffentlich präsentieren“, so eine Sprecherin des Konzerns. Bis dahin werde man keine Bilder herausgeben und auch keine Details verraten.

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, die Mitglied im Preisgericht war, muss sich aus Rücksicht auf den Bauherrn ebenfalls zurückhalten. Der Siegerentwurf sei der Platzsituation angemessen, die Zentrale werde mit einem öffentlich zugänglichen Café im Erdgeschoss ein Angebot an alle Berliner bereithalten. Darüber liegen die Büros der neuen Berlin-Filiale. Der quadratische Viergeschosser werde zudem im zweiten Obergeschoss eine offene Terrasse erhalten. „Das muss man sich vorstellen wie beim Bikini-Haus am Breitscheidplatz“, so Lüscher.

Die Bebauung des 737 Quadratmeter großen Grundstücks mit der prestigeträchtigen Adresse am Schloßplatz ist stark umstritten. Das Industrieunternehmen hatte das Grundstück 2007 vom landeseigenen Liegenschaftsfonds erworben. Zuvor galt das Areal als Verkehrsfläche. ThyssenKrupp hatte sich vertraglich bereit erklärt, das Grundstück auf eigene Kosten (etwa 1,7 Millionen Euro) baureif zu machen. Weil diese Ausgaben jedoch zum Teil mit dem Kaufpreis verrechnet wurden, flossen letztendlich gerade mal 3700 Euro in die Landeskasse.

An dem offenen Bewerbungsverfahren hatten sich insgesamt 258 Architekten beteiligt, aus denen 30 zur Bearbeitung der Aufgabe ausgewählt wurden. Die Entwürfe der ersten Phase wurden im August 2011 von der Jury bewertet; sieben wurden schließlich zur Weiterbearbeitung in der zweiten Phase ausgewählt.

Neben dem Siegerentwurf zeichnete die Jury noch die Projekte von drei weiteren Architekten gleichrangig mit zweiten Preisen aus: Chaix & Morel aus Paris mit JSWD aus Köln, Grüntuch Ernst aus Berlin und Kaspar Kraemer Architekten aus Köln.