Autobahn-Sanierung

Fünf Tage keine Baustellen auf der Avus

Der erste Bauabschnitt auf der A115 ist schon vorzeitig fertig geworden. Aber schon am Sonnabend beginnen die Arbeiten für die zweite Phase. Dann wird zwischen Hüttenweg und Dreieck Funkturm gebaut.

Foto: HARALD THIERLEIN HARALD THIERLEIN

Staugeplagte Autofahrer dürfen sich wieder über ungehinderten Verkehrsfluss auf der Avus freuen – zumindest für ein paar Tage: Das erste, fünf Kilometer lange erneuerte Teilstück der Autobahn 115 ist überraschend schon seit Sonntagmittag wieder freigegeben. Vier Monate vor dem Zeitplan konnte damit der erste Bauabschnitt fertiggestellt werden. Seither rollt der Verkehr zwischen den Auffahrten Spanische Allee und Hüttenweg wieder auf jeweils zwei normalen Fahrspuren. Die letzten Meter der Fahrbahn sind frisch asphaltiert und ausgekühlt, die Fahrbahnmarkierungen gezogen.

Moderne Spezialmaschine

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung führt das Rekordtempo der Bauarbeiten unter anderem auf den Einsatz einer Spezialmaschine zurück: Der Super Asphaltierer KBR 110 kann in nur einem Zug die gesamte Fahrbahnbreite abdecken – das spart Zeit.

Der jetzt abgeschlossene Bauabschnitt ist allerdings nur der erste von insgesamt vier. In wenigen Tagen, am 12. November, wird weiter gebaut. Für die Autofahrer bedeutet das aber doch wenigstens eine Schonfrist von fünf Tagen, in denen Staus auf der vielbefahrenen Strecke wenigstens nicht durch Bauarbeiten verursacht werden. Die Bauarbeiter rücken am Sonnabend wieder an, um Absperrungen aufzustellen und den nächsten Sanierungsabschnitt vorzubereiten. Erneuert wird dann die stadteinwärts führende Fahrbahn zwischen der Anschlussstelle Hüttenweg und dem Dreieck Funkturm. Während dieser Zeit soll der Verkehr auf der benachbarten Fahrbahn, auf der die Autos sonst stadtauswärts fahren, rollen. Je zwei Spuren sollen zur Verfügung stehen, allerdings gilt ein Tempolimit von 60 Stundenkilometern, im Überleitungs- und Einfädelungsbereich dürfen Autofahrer nicht schneller als 40 Stundenkilometer fahren.

Die Avus, die vor 90 Jahren als erste reine Autostraße eröffnet wurde, ist durch und durch marode. Schon seit Längerem steht fest, dass der insgesamt 8,7 Kilometer lange Abschnitt zwischen Dreieck Funkturm und Spanischer Allee dringend grundsaniert werden muss. Das heißt, nicht nur die Asphaltoberfläche muss erneuert werden, sondern auch das Fundament. Zudem werden drei Brücken erneuert und die Brücke über den Hüttenweg sogar komplett neu gebaut.

Die Bundesautobahn ist eine der wichtigsten überregionalen Verbindungen für den Wirtschafts- und Individualverkehr von und nach Berlin. Sie verbindet den südlichen Berliner Ring (A10) mit dem Stadtring.

Die Sanierung der letzten beiden Teilstrecken ist für kommendes Jahr geplant. Wenn Arbeiter mit dem Bauabschnitt drei und vier beginnen, müssen Autofahrer mit Behinderungen in Fahrtrichtung stadtauswärts rechnen. Betroffen ist bei Bauabschnitt drei die Strecke vom Autobahndreieck Funkturm bis Ausfahrt Hüttenweg. Bei Bauabschnitt vier wird es zu Behinderungen zwischen Hüttenweg und Spanische Allee kommen.

Die 28 Millionen Euro teure Sanierung bezahlt der Bund. Grund für die bisher äußerst zügige Erneuerung ist ein Bonus von bis zu einer Million Euro. Diesen erhalten Baufirmen, wenn die Autobahn schneller fertig wird als geplant. Die Maximalprämie wird bei einem Zeitgewinn von sechs Monaten ausgezahlt. Bis Ende 2012 könnte die Sanierung der Avus abgeschlossen sein, ursprünglich war 2013 avisiert. Allerdings kann der zeitliche Vorsprung auch schnell wieder schrumpfen, wenn der Winter streng werden sollte.