Störungen und Einschränkungen

Notfälle im Berliner Nahverkehr sorgen für Chaos

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Markus Falkner

Foto: BMO

Ein Brand im U-Bahnhof Kleistpark und ein Mann auf den ICE-Gleisen haben am Montag zu chaotischen Zuständen im Berliner Nahverkehr geführt. Auch im S-Bahnverkehr kam es zu Behinderungen - zu viele Fahrer hatten sich krank gemeldet.

Wegen starker Rauchentwicklung sind am Montagvormittag Dutzende Fahrgäste einer U-Bahn der Linie U7 aus dem Bahnhof Kleistpark evakuiert worden. Um 10.17 Uhr hatte es nach Angaben der BVG einen Kurzschluss an einem Stromabnehmer des Zuges gegeben. Fahrgäste berichteten, sie hätten einen Knall gehört. Kurz darauf erfüllte laut Augenzeugen dichter gelber Rauch die Station und den Zug. Nach Angaben von BVG-Sprecherin Petra Reetz informierte der Fahrer der U-Bahn umgehend die Leitstelle und stoppte den qualmenden Zug am Bahnsteig. Eilends zusammengezogene Sicherheitskräfte der BVG hätten die Fahrgäste in Sicherheit gebracht. Eine Augenzeugin kritisierte hingegen, dass sich nicht alle Türen des Zuges sofort hätten öffnen lassen. Eine erklärende Lautsprecherdurchsage habe es nicht gegeben. Mehrere Fahrgäste seien deshalb in Panik geraten und hätten geschrien. Nach Angaben der Feuerwehr mussten vier Personen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung vorsorglich ins Krankenhaus gebracht werden. Als die Feuerwehr eintraf, hatten die BVG-Mitarbeiter den Stromabnehmer bereits gelöscht.

Trotzdem konnte der Verkehr erst gegen 11 Uhr wieder aufgenommen werden, wie Reetz bestätigte. Der Grund: Eine nachfolgende U-Bahn war im Tunnel vor dem Bahnhof Kleistpark gestoppt worden. Mehrere Fahrgäste hatten den Zug daraufhin eigenmächtig verlassen und sich trotz der Gefahr zu Fuß in Richtung Bahnhof aufgemacht. Bevor die Strecke freigegeben werden konnte, musste die Feuerwehr kontrollieren, ob alle Leichtsinnigen den Tunnel verlassen hatten.

Stadtbahn am Morgen gesperrt

Bereits am frühen Montagmorgen war es zu erheblichen Störungen im Berliner Nahverkehr gekommen. Mehr als eine Stunde, von 5.29 bis 6.44 Uhr, ging auf der Stadtbahn zwischen Friedrichstraße und Alexanderplatz nichts mehr. Betroffen von der Vollsperrung waren Fern-, Regional- und S-Bahnzüge. Tausende Fahrgäste im beginnenden Berufsverkehr mussten lange warten oder auf die Busse und Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) umsteigen.

Der Lokführer eines ICE hatte am frühen Morgen auf Höhe des Bahnhofs Hackescher Markt eine Person auf den Gleisen bemerkt und einen Aufprall gehört . Er ging nach Angaben eines Bahnsprechers davon aus, dass der Zug die Person erfasst hatte, und löste den Notruf aus. Alle Gleise der Trasse durch die Innenstadt wurden gesperrt. Trotz intensiver Suche sei aber niemand auf oder neben den Gleisen entdeckt worden, sagte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr. Die Feuerwehr wertete den Vorfall daher als Fehlalarm. Die Bahn untersuchte den betroffenen ICE am Mittag auf mögliche Schäden. Ohne Ergebnis. Trotzdem geht sie davon aus, dass eine Person sich illegal auf den Gleisen aufgehalten habe, leicht vom Zug gestreift wurde und dann geflüchtet sei.

Möglicherweise habe der Unbekannte den ICE seitlich berührt und sei dann unverletzt weggelaufen, sagte der Bahnsprecher. Der Zug sei an der Stelle mit maximal Tempo 60 gefahren. Die Polizei sah keinen Zusammenhang zu der Serie von versuchten Brandanschlägen auf die Bahn in der vergangenen Woche. „Es deutet nichts darauf hin, dass jemand versucht hat, einen Brandsatz zu legen“, sagte ein Sprecher.

Ausfall wegen Fahrermangels

Seit Montagmittag gab es dann erneut Einschränkungen im Nahverkehr. Die S-Bahnlinie S75 (Wartenberg-Spandau) konnte nur noch im 20-Minuten-Takt fahren. Die sogenannten Verstärkerzüge zwischen den Stationen Wartenberg und Warschauer Straße fielen aus. Der Grund diesmal: Fahrermangel. Zahlreiche Mitarbeiter hätten sich zum Beginn der neuen Arbeitswoche krank gemeldet, sagte ein S-Bahnsprecher auf Anfrage von Morgenpost Online.

mit dpa