Sicherheitslage in Berlin

Poller vor britischer Botschaft in Mitte bleiben

Seit acht Jahren ist die Wilhelmstraße vor der britischen Botschaft in Berlin-MItte autofreie Zone. Metallpoller versperren die Zufahrt, Polizisten bewachen die Barriere. So wird es auch bleiben. Und ab 2012 werden weitere Bereiche gesperrt.

Foto: Reto Klar

Die Wilhelmstraße vor der britischen Botschaft bleibt bis auf Weiteres für den Autoverkehr gesperrt. Nach Informationen von Morgenpost Online sieht die Senatsinnenverwaltung auf Anraten des Landeskriminalamtes (LKA) keine Entspannung der Sicherheitslage, die eine Freigabe der Straße rechtfertigen würde. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hatte die Sicherheitsexperten des LKA im Frühjahr 2011 beauftragt, die Sperrung auf den Prüfstand zu stellen. Zuvor hatten sich unter anderem Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) und der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses Uwe Lehmann-Brauns (CDU), zuletzt auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Steffel (CDU) für eine Öffnung stark gemacht. Der britische Botschafter Simon McDonalds hatte mehrfach geäußert, auch er stehe dem Abbau der Sperrpoller positiv gegenüber. Voraussetzung sei allerdings, dass die deutschen Sicherheitsbehörden zu der Einschätzung kämen, dies sei vertretbar.

Das Gegenteil ist offenbar der Fall. Ein Grund für die unveränderte Gefahrenlage soll dem Vernehmen nach das britische Militärengagement in Afghanistan sein. Eine schlechte Nachricht ist das vor allem für Autofahrer und Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel in Mitte. Ihnen droht vom kommenden Jahr an ein Stauchaos. Für den Bau der verlängerten U-Bahnlinie U5 werden die Friedrichstraße und die U-Bahnlinie U6 mehr als ein Jahr gesperrt. Eine geöffnete Wilhelmstraße könnte für erhebliche Entlastung sorgen. Jens Wieseke, Sprecher des Berliner Fahrgastverbandes Igeb, hofft nun zumindest auf eine „kleine Lösung“: Mindestens für Busse und Taxis müsse die Wilhelmstraße während des U-Bahnbaus befahrbar sein.

Die Absperrungen an der Botschaft begannen bereits nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Deutlich verschärft wurden sie nach Anschlägen auf das britische Generalkonsulat in Istanbul und andere diplomatische Einrichtung in der Türkei im November 2003. Seitdem ist der Abschnitt der Wilhelmstraße für den Autoverkehr gesperrt. Anfänglich war die Botschaft vollständig abgeriegelt. 2004 verabredeten Botschaft und Senat ein neues Sicherheitskonzept. Seitdem können Fußgänger und Radfahrer die Straße wieder nutzen. 2005 wurden 48 zum Teil versenkbare Metall-Zylinder installiert. Zuletzt stand die Sicherheitslage 2008 auf dem Prüfstand. Ergebnis schon damals: Die Poller sind unverzichtbar.