Autobrandstiftung

Mehr als 600 Fahrzeuge in diesem Jahr angezündet

Nachdem erneut zwei Autos in Berlin angezündet wurden, steigt die Zahl der brennenden Fahrzeuge auf 602. In den meisten Fällen liegt kein politisches Motiv vor. Die Unterstützung der Bundespolizei durch eine Sonderkommission kostet monatlich rund 250.000 Euro.

Foto: ZB / ZB/DPA

In der Nacht zu Dienstag und in den frühen Morgenstunden standen erneut zwei Fahrzeuge in Friedrichshain und Weißensee in Flammen. Gegen 1.40 Uhr beobachteten einige Anwohner an der Rigaer Straße einen Feuerschein und alarmierten die Feuerwehr. Bei ihrem Eintreffen am Tatort entdeckten die Feuerwehrleute einen brennenden Opel Corsa. Die Einsatzkräfte konnten den Brand schnell löschen. Menschen wurden nicht verletzt. Das Fahrzeug wurde an der Front stark beschädigt. Ein unmittelbar daneben geparkter Opel Astra älteren Baujahres wurde durch die Hitzestrahlung des brennenden Autos ebenfalls beschädigt.

602 Fahrzeuge zerstört oder beschädigt

An der Bernkasteler Straße brannte gegen 6 Uhr ein Audi A3. Hier ging das Feuer am linken Vorderreifen von selbst aus. Lediglich der Reifen wurde durch den Kleinbrand beschädigt. Im ersten Fall in Friedrichshain geht die Polizei von einer politisch motivierten Tat aus. In dem Fall des brennenden Audis wird dieses Motiv ausgeschlossen. Beide Fälle hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes übernommen.

Mit den jüngsten Vorfällen wurden in diesem Jahr bereits 602 Fahrzeuge durch Brandstiftung zerstört oder beschädigt. In 166 Fällen geht die Polizei von politisch motivierten Taten aus. Dazu kommen Schäden an 97 Autos, die in der Nähe der brennenden Fahrzeuge standen. 262 Fahrzeuge wurden ohne politisches Motiv direkt in Brand gesteckt. Hier wurden 76 Autos beschädigt, die daneben parkten. In einem Fall gibt es noch Klärungsbedarf, ob es sich um eine politisch motivierte Tat handelt oder um eine Brandstiftung ohne politischen Hintergrund.

Weil die Serie von Brandstiftungen nicht abreißt, war in Berlin kürzlich die Sonderkommission „Feuerschein“ gegründet worden. Teilweise sind bis zu 650 Beamte, darunter Bundespolizisten aus Brandenburg und Niedersachsen, Nacht für Nacht im Einsatz. Allein diese Unterstützung der Bundespolizei kostet monatlich etwa 250.000 Euro.