Ende der Bauarbeiten

U-Bahn fährt wieder bis Ruhleben

Mehrfach wurde die Eröffnung des U-Bahnhofs Ruhleben verschoben, seit vergangener Woche rollen die Züge der Linie U12 wieder. Die meisten blieben allerdings leer - mangels Werbung der BVG. Diese vergaß schlichtweg, die Öffentlichkeit zu informieren.

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Gute Nachrichten vom Berliner Nahverkehr sind rar. Dass sich die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) in dieser Situation eine Erfolgsmeldung wie die Wiedereröffnung des U-Bahnhofs Ruhleben entgehen lassen, darüber muss selbst Unternehmenssprecherin Petra Reetz lachen. Da sei wohl in der Kommunikation etwas schiefgelaufen, sagt sie. Offenbar hätten sich die Bauleute so sehr über die zuvor mehrfach verschobene Fertigstellung gefreut, dass sie vergessen hätten, Bescheid zu sagen. Erst als der Fahrgastverband Igeb zu Beginn dieser Woche per Pressemeldung die fehlende Information beklagte, wurde die ganze Sache öffentlich.

Die Sanierungsarbeiten an der Endstation und am benachbarten Bahndamm sollten ursprünglich bereits im Dezember 2010 abgeschlossen sein. Weil die BVG der ursprünglich beauftragten Baufirma kündigte, ruhte die Sanierung über den Winter. Erst seit dem Frühjahr wird wieder gearbeitet. Mehrfach wurde die Eröffnung verschoben, um sie nun unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden zu lassen.

Hinweis nur im Internet

Tatsächlich rollen die Züge der Linie U12 (Warschauer Straße–Ruhleben) schon seit mehr als einer Woche wieder bis zur planmäßigen Endstation – bislang allerdings mangels Werbung noch weitgehend leer. „Lediglich die Fahrgäste, die sich ihre Verbindung im Internet herausgesucht haben, erfuhren rechtzeitig, dass in Ruhleben wieder U-Bahn-Züge fahren“, sagt Igeb-Chef Christfried Tschepe. „Was auch immer der Grund für die fehlende Information gewesen sein mag: Es gibt keine Rechtfertigung, die Öffentlichkeit insgesamt und die Fahrgäste im Besonderen über die Fahrten nach Ruhleben nicht zu informieren.“

Selbst Stammfahrgäste hätten die Verbesserung nicht mitbekommen, kritisiert Tschepe. Das liege auch daran, dass an manchen Zügen und Bahnhöfen als Ziel der Linie auch während der Bauphase „Ruhleben“ ausgeschildert gewesen sei, obwohl die Züge an der Station Olympia-Stadion endeten. Der Fahrgastverband fordert deshalb, dass die BVG-Anzeiger neben „Echtzeit“-Informationen auch „Echtziel“-Informationen bieten.

Die Linie U12 hatte die BVG wegen einer anderen Baustelle auf der Stammstrecke der U2 (Pankow–Ruhleben) erst im Frühsommer wiederbelebt. Weil die wichtige Ost-West-Linie noch bis November an der Baustelle am Gleisdreieck unterbrochen ist, verbindet die U12 seitdem den östlichen Ast der U1 mit dem westlichen Ast der U2. Täglich bis zu 18000 Fahrgäste müssen dadurch einmal weniger umsteigen. Weil der mehr als 100 Jahre alte Bahnhof Gleisdreieck modernisiert wird, ist seit Mai dieses Jahres die U-2-Strecke vom Gleisdreieck bis zum Wittenbergplatz gesperrt