22 Monate Jugendstrafe

Geldautomaten manipuliert - 19-Jähriger verurteilt

Pro Tag soll ein 19-Jähriger 100 Euro von dem erbeuteten Geld seiner Trickdiebstähle erhalten haben. Er hatte Geldautomaten so manipuliert, dass die Kunden nicht den gewünschten Betrag bekamen, wohl aber er selbst. Jetzt wurde er zu 22 Monaten Jugendstrafe verurteilt.

Nach einer Serie von Trickdiebstählen an Bankautomaten ist ein 19-Jähriger am Mittwoch zu 22 Monaten Jugendstrafe mit Bewährung verurteilt worden. Im Prozess vor einem Berliner Amtsgericht hatte der Angeklagte Manipulationen an Geldautomaten verschiedener Banken eingeräumt.

Die Geräte hatte er mit einer Blende und einem Klebeband versehen. Kunden bekamen dann den gewünschten Betrag nicht. Stattdessen holten sich der Angeklagte oder seine Komplizen das Geld am Automaten ab. Das Gericht hat neun Fälle und vier Versuche mit mindestens 800 Euro Beute im März 2011 festgestellt.

Der 19-Jährige wurde eigenen Angaben zufolge in einem Lokal von dem Chef der Gruppe angesprochen. Er wurde zu den Banken gefahren, wo er selbst oder ein Komplize die Automaten präparierte. Pro Tag habe er 100 Euro von dem erbeuteten Geld erhalten. Die Diebe zogen in den vorliegenden Fällen bei ihren nächtlichen Diebestouren maximal 300 Euro aus den einzelnen Automaten.

Der Staatsanwalt sprach von einer hohen kriminellen Energie. In rasendem Tempo seien die Automaten manipuliert worden. Nach kurzer Zeit kamen die Diebe zurück und nahmen das Geld. Arglose Kunden, die keine Auszahlung bekamen, glaubten an eine Störung des Automaten.

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Haupttäter soll im September verhandelt werden. Es soll weitere Komplizen geben, die bisher nicht ermittelt wurden. Der 19-Jährige, der bei seinen Eltern lebt, beteuerte, er werde keine Straftaten mehr begehen. Das Gericht stellte ihm einen Bewährungshelfer zur Seite.

Sprengen von Geldautomaten

Bereits mehrfach hatten Kriminelle in der Vergangenheit in Berlin mit brachialer Gewalt versucht, sich durch Sprengen von Geldautomaten zu bereichern. Die Polizei hat zur Aufklärung dieser Straftaten eine spezielle Ermittlungsgruppe mit 14 Kriminalbeamten aus Berlin und Brandenburg aufgestellt. Auf den Tag genau vier Wochen zuvor war am anderen Ende der Stadt in Französisch Buchholz mit der gleichen Vorgehensweise ein Geldautomat der Postbank an der Wiltbergstraße in die Luft gesprengt worden. Ein in den Automaten eingeleitetes Gasgemisch war über ein Kabel mit einer Neun-Volt-Batterie nachts um 2.10 Uhr gezündet worden. Auch damals hatte die Detonation erheblichen Sachschaden verursacht. Die Täter konnten mit Bargeld in nicht genannter Höhe entkommen. Ende April war eine Sparkasse an der Hauptstraße in Pankow von einer nächtlichen Explosion betroffen. Die Detonation war so heftig, dass außer zwei Geldautomaten auch Eingangstüren und Deckeninstallationen herausgerissen und sogar Fassadenteile zerstört wurden. Zeugen hatten Männer mit Taschen beobachtet, die mit Beute in einem schwarzen Auto flüchten konnten. Die Mehrzahl der Angriffe auf Geldautomaten sind jedoch Fehlschläge. Vor dem Coup in Pankow hatte es im selben Monat bereits fünf gescheiterte Versuche gegeben.

Bei insgesamt 20 Fällen in Berlin seit August 2009 machten die Täter bei nur sechs Versuchen Beute. Laut Landeskriminalamt Brandenburg geht die Polizei aufgrund bestimmter Vorgehensweisen von zwei bis drei Banden aus, die für die Anschläge infrage kommen. Die Ermittler stehen unter großem Erfolgsdruck, nicht zuletzt, weil die Explosionen unbeteiligte Personen gefährden.